»Rätsel!« wiederholte Leschnew. »Ja, es ist wahr. Warst du ja für mich selbst ein Rätsel. Sogar in unserer Jugend, wenn du, wie es vorkam, nach irgendeiner kleinlichen Äußerung plötzlich wieder das Wort nahmst, daß uns das Herz im Leibe erzitterte, und dann wieder auf einmal anfingst … nun, du weißt, was ich sagen will … selbst damals verstand ich dich nicht: deshalb verlor sich auch meine Liebe zu dir … Es lag so viel Kraft in dir, ein so unermüdliches Streben nach Idealen …«

»Worte, alles nur Worte! Die Taten fehlten,« unterbrach ihn Rudin.

»Die Taten fehlten! Was für Taten?«

»Was für Taten? Eine blinde Großmutter und die ganze Familie mit seiner Hände Arbeit ernähren, wie Priaschenzow, erinnerst du dich – Da hast du eine Tat.«

»Ja; aber ein gutes Wort – ist auch eine Tat.«

Rudin blickte schweigend Leschnew an und schüttelte still den Kopf.

Leschnew wollte etwas sagen, fuhr aber bloß mit der Hand über sein Gesicht.

»Und so fährst du denn auf dein Gut?«

»Ja, ich fahre hin.«

»Hast du denn dein Gut behalten?«