»Ihrer Ansicht nach, Afrikan Semenitsch,« fuhr Darja Michailowna zu Pigassow gewendet fort, »sind also alle jungen Mädchen geziert?«

Pigassows Lippen verzerrten sich nach einer Seite hin, und er zuckte konvulsivisch mit dem Ellenbogen.

»Ich sage,« begann er in ungeduldigem Ton, – er sprach im heftigsten Anfall von Erbitterung langsam und deutlich, »ich sage, daß die jungen Mädchen im ganzen genommen – von den anwesenden, versteht sich’s, rede ich nicht …«

»Das hindert Sie aber nicht, auch diese im Sinne zu haben,« unterbrach ihn Darja Michailowna.

»Ich übergehe sie mit Schweigen,« wiederholte Pigassow. »Alle jungen Mädchen im allgemeinen sind in höchstem Grade geziert im Ausdrucke ihrer Gefühle. Erschrickt zum Beispiel ein junges Mädchen, erfreut oder betäubt sie etwas, das erste was sie tut, ist, sie gibt ihrem Körper eine gewisse graziöse Biegung (dabei gab Pigassow seiner Gestalt eine angemessene Wendung und streckte die Arme voneinander) und dann erst kreischt sie: ach! oder bricht in Lachen oder Schluchzen aus. Einmal übrigens,« und dabei lächelte Pigassow wohlgefällig, »habe ich es bei einem außerordentlich gezierten Fräulein dahin gebracht, einen wahren, ungeheuchelten Gefühlsausdruck zu erzwingen.«

»Auf welche Weise?«

Pigassows Augen funkelten.

»Ich gab ihr von hinten mit einem Espenpfahle einen Stoß in die Seite. Wie sie aufschrie! Bravo! bravo! rief ich. Das war die Stimme der Natur, das war ein natürlicher Schrei. So müssen Sie es künftig halten.«

Alle im Zimmer lachten auf.

»Was für einen Unsinn schwatzen Sie da, Afrikan Semenitsch!« rief Darja Michailowna. »Sie meinen, ich werde Ihnen glauben, Sie hätten ein Mädchen mit einem Pfahle in die Seite gestoßen!«