»Weshalb?«

»Das will ich Ihnen sagen. Vor kurzem bei einer Überfahrt über die Oka traf ich mit einem Herrn zusammen. Die Fähre legte bei einer steilen Stelle an: die Equipage mußte durch Menschenhände hinaufgeschleppt werden. Jener Herr hatte eine außerordentlich schwere Kalesche. Während die Fährleute sich bei dem Hinaufziehen des Fuhrwerks abarbeiteten, stand der Herr auf der Fähre und stöhnte, daß man ordentlich Mitleid mit ihm haben konnte … Da haben wir, fiel mir ein, eine neue Anwendung des Systems der geteilten Arbeit! So ist es auch mit der Literatur der Gegenwart: Andere ziehen und verrichten die Arbeit, und sie stöhnt.«

Darja Michailowna lächelte.

»Und das nennt sich ein Spiegelbild des Lebens der Gegenwart,« fuhr der unerbittliche Pigassow fort, »tiefe Sympathie für die sozialen Fragen und wer weiß wie noch … Ach, über diese hochtönenden Worte!«

»Die Frauen aber, die Sie so angreifen, sie wenigstens gebrauchen keine hochtönenden Worte.«

Pigassow zuckte die Achseln.

»Sie gebrauchen sie nicht, weil sie sich darauf – nicht verstehen.«

Darja Michailowna errötete leicht.

»Sie werden etwas dreist, Afrikan Semenitsch!« bemerkte sie mit erzwungenem Lächeln.

Alle im Zimmer wurden still.