»Ich weiß es selbst nicht! Ich langweilte mich.«
»War Rudin da?«
»Er war da.«
Wolinzow warf seine Mütze hin und setzte sich.
Alexandra Pawlowna wandte sich mit Lebhaftigkeit zu ihm.
»Ich bitte dich, Sergei, hilf mir, diesem starrsinnigen Menschen da« – sie wies dabei auf Leschnew – »begreiflich zu machen, daß Rudin ungewöhnlich klug und beredt ist.«
Wolinzow brummte etwas in den Bart.
»Ich widerstreite Ihnen durchaus nicht,« begann Leschnew, »ich zweifle nicht an Rudins Geist und Beredsamkeit; ich sage bloß, daß er mir nicht gefällt.«
»Hast du ihn denn gesehen?« fragte Wolinzow.
»Ich habe ihn heute morgen bei Darja Michailowna gesehen. Er ist ja jetzt ihr Großwesir. Es wird die Zeit kommen, wo sie auch ihn verabschiedet – von Pandalewski allein wird sie sich niemals trennen –, jetzt aber herrscht jener. Jawohl, ich habe ihn gesehen! Er saß da – und sie zeigte mich ihm: da schauen Sie einmal, mein Bester, was für sonderbare Kerle wir hier haben. Ich bin kein Zuchtpferd – bin es nicht gewohnt, vorgeführt zu werden. Da bin ich ohne Umstände davongefahren.«