An eben diesem Tage war Rudin der Gegenstand eines Gesprächs zwischen Alexandra Pawlowna und Leschnew. Anfangs wollte letzterer sich durch Schweigen abfinden; sie hatte es aber darauf angelegt, etwas aus ihm herauszubringen.

»Ich sehe,« sagte sie zu ihm, »Dmitri Nikolajewitsch gefällt Ihnen nach wie vor nicht. Ich habe Sie absichtlich bis heute nicht befragt; jetzt aber müssen Sie die Gewißheit gewonnen haben, ob in ihm eine Veränderung vorgegangen ist, und ich wünsche zu erfahren, weshalb er Ihnen nicht gefällt.«

»Sehr wohl,« erwiderte Leschnew mit gewohntem Phlegma, »wenn Sie wirklich so ungeduldig sind; doch, merken Sie sich’s, Sie müssen nicht böse werden …«

»Nun, fangen Sie an, fangen Sie an.«

»Und lassen Sie mich ausreden, bis zu Ende.«

»Gut, gut; fangen Sie an.«

»So will ich Ihnen denn sagen,« begann Leschnew, sich langsam auf den Diwan niederlassend, »mir gefällt Rudin in der Tat nicht. Er ist ein kluger Mensch …«

»Das ist nicht zu leugnen!«

»Er ist ein auffallend kluger Mensch, wenn auch im Grunde gehaltlos …«

»Das ist leicht gesagt!«