Ihr selbst wurde Angst vor dem, was so plötzlich in ihr vorgegangen war.

Rudin eilte ihr nach und hielt sie auf.

»Natalia Alexejewna!« redete er sie an, »diese Unterredung darf kein solches Ende nehmen: sie ist auch für mich gar zu wichtig … Wie soll ich Sie verstehen?«

»Lassen Sie mich!« wiederholte Natalia.

»Natalia Alexejewna, um Gottes willen!«

Auf Rudins Gesicht war Unruhe zu lesen. Er war bleich geworden.

»Sie verstehen alles, müssen auch mich verstehen!« sagte Natalia, riß ihre Hand aus der seinigen und entfernte sich, ohne sich umzusehen.

»Nur ein Wort!« rief ihr Rudin nach.

Sie blieb stehen, ohne sich jedoch umzudrehen.

»Sie fragten mich, was ich mit dem gestrigen Gleichnisse hätte sagen wollen. So hören Sie es, ich will Sie nicht hintergehen. Ich sprach von mir, von meiner Vergangenheit – und von Ihnen.«