»Wie soll ich sagen? Von einer Seite – du hast recht – ist es in der Tat Philosophie – von der anderen ist es durchaus keine. Man darf doch nicht jeden Unsinn der Philosophie zur Last legen!«
Wolinzow blickte ihn an.
»Wenn er aber gelogen hätte, was glaubst du?«
»Nein, mein Freund, er hat nicht gelogen. Indessen, weißt du – wir haben genug von ihm gesprochen. Wir wollen jetzt unsere Pfeifen anzünden, lieber Bruder, und Alexandra Pawlowna herbitten … Wenn sie dabei ist, spricht sich’s besser und schweigt sich’s leichter. Sie wird uns Tee machen.«
»Meinetwegen,« erwiderte Wolinzow. »Sascha, komm herein!« rief er.
Alexandra Pawlowna trat herein. Er faßte ihre Hand und drückte sie fest an seine Lippen.
Rudin kehrte in einer eigentümlich unruhigen Stimmung nach Hause zurück. Er war ärgerlich auf sich selbst und machte sich Vorwürfe über seine unverzeihliche Voreiligkeit und sein knabenhaftes Betragen. An ihm bewährte sich: daß es nichts Drückenderes gibt als das Bewußtsein, eine Torheit begangen zu haben.
Reue marterte Rudin.
»Daß der Teufel«, murrte er durch die Zähne, »mir den Gedanken eingeben mußte, zu diesem Menschen zu gehen! Das war eine schöne Idee! Habe mir nichts als Grobheiten geholt! …«