So, so? redete der Mann, betrachtete den Ring und den Verkäufer noch aufmerksamer, zog dann die Augenbraunen zusammen, gieng zum Tische, auf welchem mehrere Schriften lagen, nahm ein Zeitungsblatt zur Hand, suchte erst einige Zeit darin, dann las er, während er oft vom Papiere weg und auf den Ring schaute, nahm endlich Blatt und Ring zu sich, zog einen saubern Rock an und bedeutete dem Verkäufer, ihm zu folgen.
Karl konnte dieses Benehmen nicht verstehen und folgte dem Manne, während seine Verlegenheit mit jedem Schritte mehr zunahm.
Wie heißt dieses Gebäude, in welches wir jetzt gehen? fragte er seinen Begleiter.
Das ist die Polizei, entgegnete dieser trocken.
Karl entfärbte sich, denn jetzt erst durchfuhr ihn eine Ahnung, die Weise, wie er zu dem Ringe gekommen, dürfte nicht einen redlichen Erwerb begründen.
Ihr werdet mich doch nicht anklagen wollen? fragte er jetzt furchtsam seinen Begleiter.
Ich wohl nicht, versetzte dieser, aber hier der Ring und deine große Befangenheit und deine Furcht mögen wohl wider dich zeugen.
Der Juwelier ließ sich jetzt melden und trat mit Karl in die Gerichtsstube.
Ersterer näherte sich bescheiden dem Beamten und eröffnete ihm:
So eben kam dieser Knabe zu mir und bot mir diesen Ring zum Kaufe an; ich betrachte den Ring und finde sogleich Aehnlichkeit mit jenem, welcher als entwendet im Wochenblatte öffentlich ausgeschrieben ist. Ich hielt es für meine Schuldigkeit, hievon die Obrigkeit in Kenntniß zu setzen.