Nun kam Karl auf die weiten Besitzungen des Türken, welcher die schönsten Gärten besaß, die mit den seltensten Blumen und Bäumen, mit den kostspieligsten Brunnen und Wasserleitungen und mit den geschmackvollsten Gartenhäuschen, Grotten und Tempeln prangten.
Er wurde einem betagten Sklaven, der sich auf die Gärtnerei verstand, beigegeben; dem mußte er stets zur Hand seyn.
Er wurde angewiesen, die Blumen-Beeten vom Unkraute rein zu halten und die Blumen und Pflanzen zu begießen. Auch die Gänge im Garten waren ihm theilweise zugetheilt, auf welchen er den Sand gleichmäßig zu vertheilen, und solche von Steinen und Reisern rein zu halten hatte.
Mit dieser Beschäftigung verfloß eine lange Zeit, während welcher sich Karl oft nach Hause sehnte und heiße Thränen vergoß, wenn er so seinem Tagwerke nachging und über seine Erlebnisse nachdachte.
Kam nicht sein ganzes widriges Geschick von seinem Hange zur Thierquälerei her?
Am meisten aber lag ihm am Herzen, daß sein Vater unbekannt mit dem Geschicke seines Sohnes war. Er hätte so viel darum gegeben, wenn er seinem Vater Nachricht von sich hätte zukommen lassen können, aber wie sollte er es anfangen? Dabei hegte er die Hoffnung, daß sein Vater, sobald er den traurigen Aufenthalt des Sohnes erfahre, gewiß alle Mittel aufbieten werde, ihn zurück in die Heimath zu bringen.
Allein er sah keinen Weg, dem Vater Mittheilungen zu machen.
Karl konnte zwar schreiben, es fehlte ihm aber hier an den nöthigen Schreibmaterialien sowohl, als auch an der Gelegenheit, den Brief zu befördern.
Da ging er nun oft sehr traurig und niedergeschlagen in den schönen Gefilden des Gartens umher.
Er wandte sich oft im Gebete zu Gott, suchte und fand Trost darin.