Ich sehe ein, sprach er, daß ich diese Prüfung verdient habe; aber guter Vater im Himmel! führe mich auch wieder den Meinigen zu. Hier muß ich dem Leibe und dem Geiste nach Verkümmern. Wie glücklich sind gegen mich meine Jugend-Genossen, denen Unterricht ertheilt wird und welchen so täglich Gelegenheit gegeben ist, sich zu vervollkommnen und Dir himmlischer Vater so stets ähnlicher zu werden, der Du das vollkommenste Wesen bist.
Der alte Sklave, welchem Karl beigegeben war, bemerkte die große Traurigkeit des Gärtner-Jungen und er sprach eines Tages zu Karl:
Du scheinst mir nicht mit deinem Stande zufrieden zu seyn? hast du vielleicht eine Angelegenheit, aus der ich dir zu helfen im Stande wäre?
Ich sehe ja kein Ende meiner Leiden, antwortete Karl, warum sollte ich da nicht traurig seyn? Ich muß hier die Arbeiten eines Gärtner-Jungen verrichten, während ich, wenn ich bei meinem Vater wäre, nun dessen Geschäft als Kaufmann übernehmen und ein herrliches Leben führen könnte.
Besitzt denn dein Vater, fragte der alte Sklave, Reichthum?
Das Haus Daruff, versetzte Karl, steht in gutem Rufe.
Wenn das ist, sagte der Sklave, so wird es ja deinem Vater auch nicht schwer halten, dich frei zu machen und dich in die Heimath zurück kommen zu lassen?
Mein Vater, erwiederte Karl, würde einen beträchtlichen Theil seines Vermögens daran setzen, mich frei zu machen, aber wo finde ich Mittel und Wege, ihn von meinem Geschicke in Kenntniß zu setzen?
Das will ich dir sagen, versetzte der Sklave, du wendest dich an den reichen Kaufmann Osmin dahier, welcher oft in diesen Gärten lustwandelt und bei Hassan, unserm Gebieter in hohen Ehren steht. Der wird sich gewiß für dich verwenden, denn Osmin liebt das Geld, ist er gleich einer der reichsten Kaufleute und hier sieht er mit scharfem Blicke Vortheile erwachsen.
Macht mich doch, bat nun Karl, mit Osmin bekannt, sollte ich meine Freiheit erringen, so soll es euch gut belohnt werden, daß ihr mir diesen Rath ertheilt habt.