Ach, sagte er dann, während du meine gute Schwester die Stütze des Vaters warst und während du dein häusliches Glück gegründet hast, war ich den bittersten Drangsalen des Lebens ausgesetzt.

Vergiß das nun, lieber Bruder, sagte Aurelie, jetzt bist du wieder bei uns und wir wollen Alles dazu beitragen, was dich glücklich machen könnte.

Nach dem ersten Rausche des Wiedersehens kam es zum Erzählen und während nun der alte Daruff, Aurelie und ihr Gatte mit den drei Kindern einen freundlichen Kreis um Karl bildeten erzählte dieser getreu Alles was er von der Flucht aus dem elterlichen Hause an bis zur Rückkehr in dasselbe verlebt hatte.

Als er der Margaretha erwähnte traten ihm die Thränen in die Augen und fragte er den ihn umgebenden Kreis: ist Margaretha nicht würdig, heute in unserm Kreise zu erscheinen?

Ach, daß sie doch hier wäre, die arme unglückliche Margaretha! sagte Aurelie und der alte Daruff wandte sich zu seinem Schwiegersohne mit den Worten: Du mußt morgen nach Bremen und die alte Margaretha zu uns bringen; gleich und gleich, setzte er noch lächelnd hinzu, gesellt sich gern und so will ich denn die Margaretha zu mir nehmen.

Sie ist schon hier, sagte Karl, öffnete die Thüre und führte seine Margaretha herein, welche laut schluchzte, als sie des alten Daruff ansichtig wurde und da sie sich nach solanger Zeit wieder in demselben Zimmer befand, in welchem sie der Kinder Karl und Aurelie wartete.

Auch der alte Daruff war sehr gerührt; er drückte der Margaretha die Hand und ließ dieselbe neben sich sitzen.

Setzt euch doch nur fest, Margaretha, sagte er, ich habe euch da ein für allemal einen Platz angewiesen, den ihr nicht so bald wieder verlassen sollt.

Zur Nutzanwendung für die drei Enkel fügte Karl noch bei: seht Kinder, so ist es eurem Oheim gegangen, der da in der Jugend den großen Fehler hatte, Thiere zu quälen. Hätte ich das Dohlen-Nest nicht zerstört, so würde ich den Ring nicht gefunden haben, der mich, nachdem mich die Verstümmlung aus der Heimath getrieben hatte, in das Gefängniß brachte. Mein unglücklicher Hang zur Thierquälerei und meine jugendliche Unbesonnenheit, so wie mein Leichtsinn haben mir die bittersten Strafen nachgezogen. Laßt es euch daher ja zur Warnung seyn und quälet nie ein Thier, damit es euch nicht ergehe, wie eurem unglücklichen Oheim Karl.

Die Enkel reichten dem Oheim die Hand und versprachen ihm fest und theuer, nicht nur nie ein Thier zu quälen, sondern auch jederzeit wo möglichst zu verhindern, daß ein Thier von Andern gequält werde.