In seinem abgezehrten Gesicht sieht sie eine fast überirdische Freude, sie schluchzt: »Josi, der Kaplan Johannes hat in der Glotter Thöni Grieg gefunden — mein Leben ist im Dorf verwirkt — meine letzte Zuflucht bist du.«
Sie legt ihre kleinen Hände in seine großen arbeitsharten und neigt ihr Köpfchen auf seine Schulter und weint bitterlich.
Da küßt er sie auf den Scheitel: »Sei ruhig, liebes Bineli — du weißt es, ich habe Thöni Grieg nicht zu fürchten — mit uns ist die Wahrheit — sei nicht so traurig; wie du einst zu mir, so sage ich heute zu dir: Glaube, vertraue — das Glück wird doch noch wahr.«
Er steht vor ihr im Vollgefühl des vollendeten Werkes. Und nun ertönt ihr kleiner Schrei: »Josi, mein Held!«
Binia geht es wundersam — Bei Josi, dem starken Manne, der ihr milde zulächelt, sinkt alles Schwere, was sie erlebt hat, wie ein wüster schwerer Traum von ihr. Ihr ist, an seiner Seite könnte sie einem ganzen Schwarm von Feinden entgegengehen, und selbst wenn alle so gräßlich wie Kaplan Johannes wären, würde ihr kein Leid geschehen.
Mit glänzenden Augen schaut sie Josi an.
»Hast du Mut, Bini?« lächelt er. »Zeige es mir. — Ich wäre glücklich, wenn du mit deiner lieben Hand die letzten Schüsse entzünden wolltest. Das wäre mir ein größeres Fest, als wenn morgen die Regierung nach St. Peter käme und mich unter Glockengeläute vom Berg holte. — Wozu das? — Für dich ist's ja gebaut und gethan! — Weihe es, Binia!« — —
Sein ermunternder Blick ruht auf ihr. Er schiebt die Patronen in die Löcher und setzt die Zünder auf. »Hier und hier — hier und hier — da und da.«
Demütig und mutig nimmt sie die Lunte und legt sie an die Zünder, die leise zu summen beginnen.
»Zurück, so weit ich dich führe, und sei stark, Bini.«