In einer halben Stunde – in Roncchi – hatten wir den Zirkel unserer Fahrt beendet. Am frühen Abend waren wir wieder in Monfalcone.


Aquileja.

Eines Tages im Jahr 182 v. Chr. standen die Väter zu Rom früher auf, als sie sonst zu tun pflegten; denn der Fall war ernst: Die Kelten und Illyrier, die bislang in den julischen Bergen und Wäldern gesessen, zeigten Lust, sich in den venetianischen Gefilden längs der Adria niederzulassen.

Das war die Sorge der Väter zu Rom.

Sie schickten drei angesehene Männer mit einigen Priestern in den italienischen Osten, und als diese an jenen flachen Strand und Winkel kamen, wo – um mit den jetzigen Namen zu reden – der triestinische aus dem venetianischen Golfe tritt, pflügten sie mit einem Ochsen auf einer breiten Landwelle, etwas abseits vom Meer, ein Viereck aus, das ein Quadrat sein sollte und eins war. Da trat P. Scipio Nasica, einer der drei Abgesandten, in das Pseudoquadrat, erklärte ernst und feierlich: »Hieher kommt eine Stadt!« Die Priester fielen mit heiligen Messern über die Opfertiere her, spritzten das warme, rieselnde Blut auf den umgepflügten Grund, weissagten aus den Eingeweiden, reckten die Hände empor und flehten von den unsterblichen Göttern Gedeihen herab auf die Stadt. Da flog ein Storch, der in den Meerbinsen gefischt, über die Gegend, und sein Schatten fiel auf die Priester. Das war nicht gut; denn Störche haben später die Stadt verraten. Sie hieß Aquileja!