Im Kriegshafen von Österreich-Ungarn.
Vor undenklichen Zeiten fuhren im fernen Osten, wo die ersten Menschen gewachsen sind, zwei Fischer in ihren Einbäumen auf eine Meerbucht hinaus. Der eine machte einen guten Fang; die Netze des andern blieben leer. Da wurde dieser neidisch und zornmütig. Es entstand ein Streit, und der Stärkere schlug den Schwächern tot.
Das war der erste Seekrieg!
Man weiß nicht, wann die Kunst, Menschen auf dem Meere totzuschlagen, in den Westen gewandert ist. Den Kampf im Einbaum hat man schon lange aufgegeben. Die aufstrebenden, schaffensfreudigen Völker Europas haben jetzt andere Kriegswerkzeuge zur See: Panzer, Torpedos und gezogene Kanonen.
Ein Einbaum und ein modernes Kriegsschiff gleichen sich wenig; aber heute noch wird der Stärkere über den Schwächern Meister. Darum will jedes Volk stark sein. Es läßt zu diesem Zwecke die Künste, die Wissenschaften darben; es legt die Nerven der Industrie lahm; es opfert den Segen des Landbaues; es unterbindet den Handel; es begräbt das Nationalvermögen in Festungen, Kasernen, Panzerschiffe und wirft die Blüte der Männer hinein.
Das ist der moderne Militarismus!