»Sonderbar, das Tanzen liegt mir nicht,« gestand sie. »Ich muß dabei an so viele Abendstunden mit meinem Vater denken, der es mich gelehrt hat. Ebenso mag ich den Burschen nicht immer Abschläge erteilen. Wenn wir ein Viertelstündchen ins Freie gingen?«
Ulrichs Herz pochte hoch, er bot ihr den Arm und führte sie aus dem Saal, durch die von einem uralten Wachtturm beherrschte Gasse das Städtchen hinab und hinaus auf die Rheinbrücke, an deren Enden die Zöllner Posten standen. Nick dachte, er wolle nur nach den Weidlingen sehen, und in der Tat stand er eine Weile und schaute in den Strom, aus dem die wasserfeuchte Luft kühl und erfrischend emporstieg, und in die dahinterragenden, von einem zarten Duft umwobenen Schwarzwaldberge. Dann aber zog er sie leise mit sich gegen das deutsche Ufer, an dem auf klippigem Hügel das Dorf Hohenthengen die grauen Giebel reckt.
Sie fragte: »Wird man uns nicht vermissen?«
»Wo denkst du hin?« erwiderte er. »Dafür sind sie zu eifrig im Tanzen drin.«
Er dachte in diesem Augenblick überhaupt nicht mehr an den Verein, sondern die Seele erbebte ihm in dem Vorsatz, Nick seine Liebe zu erklären. Es wäre die Krönung des wunderschönen Tags, und was für ein Glück trüge er auf der Wanderschaft im Herzen, wenn sie ihn ihrer Zuneigung vergewisserte!
Der Zollwächter am deutschen Ufer, ein Graubart, der mit gelangweiltem Blick vor dem Schloß Röthelen saß, erwiderte freundlich ihren Gruß, und die Augen wurden ihm hell. Was für ein schönes, frisches Paar!
Ulrich schwenkte mit Nick von der Straße ab und bog links in einen Feldweg dem Ufer entlang.
Sie fragte: »Wohin gehen wir denn?«