»Gib mir die Hand, Nick,« bat er. »Ich kann nicht fortgehn ohne deine Liebe.« Das Wort stockte ihm, seine starke Gestalt erzitterte.
»Gott, das ist's!« stöhnte sie. Ihr Gesicht deckte sich mit Todesblässe, dann stieg ihr eine Flamme in die Wangen. Statt ihm die Hand zu reichen, hob sie den Arm vor die Augen, wie wenn sie ohne seinen Anblick überlegen wollte. Sie dachte an ihren Vater, wie sie den von ihm übernommenen Namen in Ehren halten müsse, irgend woher aus dem Hintergrund ihrer Seele raunte eine Stimme: »Ulrich ist doch nur ein Schmied!« Und plötzlich sah sie vor sich das vergeistigte Gesicht des Verwesers Wildholz.
Ulrich aber nahm ihre Hand. »Nick,« keuchte er krampfhaft, »Nick, laß mich nicht ohne dein Ja in die Fremde gehn! – Um Gottes willen, du schweigst?«
»Ich kann dir das Ja nicht geben,« erwiderte sie hilflos, die Augen von ihm gewandt. »Laß uns zurückgehen, Uli!«
Schmerzliche Stille waltete zwischen ihnen. Sie saß gesenkten Hauptes wie in Martern. Zuerst kam in sein Gesicht wieder Leben.
»Dann will ich wissen,« rief er, »warum du mich nicht magst, obwohl du mich's heute noch glauben ließest!«
»Ich habe dich stets gemocht, Uli,« antwortete sie zitternd, »und mich dir heute mit gutem Sinne anvertraut. Schreib mir einen Brief von deiner Wanderschaft, und ich will dir antworten.«
»Ein Mädchen weiß doch gewiß im ersten Herzschlag, ob es Ja oder Nein sprechen will,« trotzte er halb wehvoll, halb höhnisch.
»Nun denn – Nein!« versetzte sie leise und fest.
»Nick, wozu dann das Gedicht und das falsche Spiel von heute?« fragte er zornig.