»Ich werde mit Appelius sprechen. Das Geschäft erweitert sich stetig. Erweiterungen kosten Geld, und vielleicht ist er froh, wenn ich einen Betrag in seine Werkstatt zuschieße, selbstverständlich gegen das Versprechen, daß er dir eine leitende Stellung einräumt.«
Als die Brüder spät in ihre Kammer hinaufstiegen, taumelte Friedrich vor Glück, er wiederholte immer nur die Worte: »Die Eltern, wie werden sie aufhorchen, daß es mir so gut geht!«
Am folgenden Tag trug das junge Paar schon die Ringe. Ulrich fand, daß er einige Beschwerde habe, die ganze Liebeslust Friedrichs zu teilen, war aber doch erstaunt, daß selbst Appelius in dessen sonst so bedächtigem Wesen eine Veränderung bemerkte.
»Was ist denn mit Ihrem Bruder?« fragte der Geschäftsherr. »Ich habe ihn eben ertappt, wie er still für sich in eine Ecke hineinlächelte. – Wie? – Der ist verlobt? Mit der ältesten Tochter Römers, dem reizenden Mädchen?« Die Neuigkeit gab dem gelassenen, nüchternen Mann einen Ruck. »Wenn es so steht, muß man allerdings Rücksicht walten lassen. Sagen Sie ihm, daß er sich in der nächsten Zeit nicht so scharf ans Geschäft zu binden braucht, die jungen Leute haben gewiß jetzt mit Besuch und anderem überreichlich zu tun. Nein, ich will es ihm doch gleich selber ausrichten und meinen Glückwunsch dazu. Die Lotte Römer! Das ist ein Wurf, Herr Junghans.«
Im Überschwange des Glücks meinte Friedrich, am schönsten wäre es, wenn sich Ulrich und Lutz auch noch als Paar zusammenfänden, und selbst Appelius machte einmal scherzhaft die gleiche Anspielung. Ulrich mußte aber heimlich immer an den Brief der Barensky denken, eine traumartige Furcht vor dem Weibe lastete auf ihm. Davon wollte er sich durch eine Aussprache mit Friedrich befreien; aber wenn er das lachende Glück in den Augen des Bruders sah, erschien es ihm wie ein großes Unrecht, die Freude der Liebenden durch ein Wort der Sorge zu stören. Er ließ es daher, fand aber auch den frohen Sinn nicht, um irgend heischende Wünsche mit der lieblichen Lutz zu verbinden. Wenn es nur Friedrich gut ging und sich seine Träume schön erfüllten, zunächst auch der Heimatbesuch mit den Mädchen!
So oft aber seine Gedanken an den Oberrhein schweiften, schwebten sie auch um Nick. Es tat ihm doch in der innersten Seele wohl, daß sie ihm durch Friedrich herzliche Grüße geschickt und einen Brief in Aussicht gestellt hatte. Er überraschte sich sogar bei dem Plane, Nick mit ein paar Zeilen zuvorzukommen.