| 427 | fremde | Dampfer | mit | 436000 | Tonnen | Gehalt | , |
| 171 | japanische | „ | „ | 183000 | „ | „ | ; |
und liefen aus:
| 488 | fremde | Dampfer | mit | 523000 | Tonnen | Gehalt | , |
| 161 | japanische | „ | „ | 178000 | „ | „ | . |
Der neue Aufschwung hängt namentlich davon ab, dass zu Nagasaki die fremden Dampfer mit Kohlen sich versorgen. 1888 wurde hier für 3 Millionen Yen Steinkohle ausgeführt. Steinkohle gehört (nebst Kupfer) zu den wichtigsten Bergwerkserzeugnissen[238] Japans; sie findet sich hauptsächlich auf der nördlichen Insel Yezo und auf der Insel Kiushiu. Die japanische Steinkohle steht an Güte hinter der rheinischen und englischen zurück; sie hinterlässt viel Asche.
Auch unser Dampfer nahm hier seine Kohlen ein. Schwerbeladene Leichterschiffe hatten sich an unsere Breitseite gelegt. Körbe voll Kohlen wurden die Treppen hinauf von Hand zu Hand gereicht, oben ausgeschüttet, die Masse gewogen und in den Schiffsbauch versenkt. Hunderte von Arbeitern sind thätig, auch Mädchen, die ganz unverdrossen schaffen; sie bekommen 10–15 Cts. Tagelohn! Der japanische Kaufmann hat die Kohle an Bord zu liefern und bedient sich dazu der billigen Menschenkräfte seines Landes. Natürlich sticht das gewaltig ab gegen die riesigen, selbstthätigen Kohlenkrähne im Hafen von Toronto, die ich kurz zuvor bewundert; aber in Asien ist dies das allgemein übliche Verfahren.
Sonstige Ausfuhrgegenstände sind jetzt Reis, Thee, Tabak, Kampher, Pflanzenwachs, getrocknete und gesalzene Fische, ferner von den Erzeugnissen des Gewerbefleisses Schildpatt, Lack- und Thon-Waaren.
Nagasaki,[239] schon vor 200 Jahren, nach den Beobachtungen von Kämpfer, eine grosse und bedeutende Stadt mit besserer Polizei-Ordnung, als derzeit die meisten europäischen Städte besassen, zählt heute 55000 Einwohner und hat nur wenige Sehenswürdigkeiten.
Mit den beiden japanischen Aerzten, die mich vom Dampfer abholten, besuchte ich natürlich zuerst Deshima, wo aber nichts mehr an die alte Zeit gemahnt, da vor einigen Jahren eine Feuersbrunst die letzten Reste zerstört hat. Eine kleine Kirche erinnert daran, dass nicht mehr, wie zur Zeit der Tokugawa Shogune, das Bekennen des Christenthums verboten, sondern mit dem neuen Mikado vollkommene Religionsfreiheit in das Reich der aufgehenden Sonne eingezogen ist.
Die Lage der Stadt an dem Golf und die Hügel aufwärts, wo wirklich Fichte und Palme sich vereinigen, ist entzückend. Der grosse Shinto-Tempel O-Suwa ist mit einem Bronze-Pferd geschmückt; seine Gärten ziehen sich terrassenförmig empor und zeigen allenthalben luftige Schaubühnen aus Bambusrohr, für den grossen Festzug Kunichi, der am nächsten Tag stattfinden sollte. Der Gouverneur der Stadt, meine Eisenbahn-Bekanntschaft, sandte Nachmittags einen Boten auf das Schiff, um mich einzuladen und mir einen Platz an seiner Seite anzubieten. Ich musste mit höflichem Danke ablehnen, da der Dampfer auf den Reisenden nicht wartet. In dem Krankenhaus, das zur Medicinschule gehört und das älteste Japan’s nach europäischer Art darstellt, fand ich einen deutschen Matrosen mit schwerer Verletzung des Unterschenkels, allein unter den japanischen Kranken und Aerzten, sehr traurig, aber doch getröstet, als ich ihm versicherte, dass diese japanischen Aerzte seines Vertrauens nicht unwerth seien.
Nachmittags besuchte uns auf dem Dampfer der Consul des Deutschen Reiches, Herr Dr. Lenze. Wir leerten mehr als ein Glas auf das Wohl der Heimath. Dann wurden die Anker gelichtet bei schlechtem Wetter, das draussen auf hoher See immer schlechter wurde. Das Meer war die ganze Nacht hindurch sehr bewegt, die Wogen klatschten gegen meine Cajütenfenster.