Kokos- und Areca-Palmnüsse, China- und Zimmt-Rinde, Thee — das sind die Reichthümer der Insel. Kaffe war es bis vor Kurzem.
Die gesammte Aus- und Einfuhr hat jetzt einen Werth von 8 bis 10 Millionen £.[295] Im Jahre 1891 wurden ausgeführt 89000 Centner Kaffe, 5679000 Pfund Chinarinde (Cinchona), 68 Millionen Pfund Thee, 20000 Pfund Cacao, 422000 Pfund Kardamomgewürz, 2900000 Pfund Zimmt, 409000 Centner Kokosöl, 400000 Centner Graphit. Der Werth der Ausfuhr war 1886 in £: Areca-Nüsse 100000, Chinarinde 300000, Zimmt 115000, Kokos 100000, Cacao 40000, Thee 370000, Tabak[296] 80000 und — Kaffee 600000, statt 4000000 in den Jahren 1868, 1869, 1870.
Ausgeführt wird auch Eben- und Teak-Holz. Aber Nährgetreide (Reis) muss eingeführt[297] werden.
(1881 für 2 Millionen £, 1883 über 2 Millionen Hektoliter.)
Die früher so berühmten Edelsteinlager Ceylons (Rubinen, Saphire, Granaten, Katzenaugen)[298] scheinen ziemlich erschöpft zu sein; noch mehr sind es die Perlenfischereien im Golf von Manaar, zwischen Ceylon und Cap Comorin.
Was die „Mohren“ (Moormen) in Colombo dem gierigen Fremden anbieten, sind theils unbedeutende, minderwerthige Stücke, theils Nachahmungen aus Glas. Gold und Silber ist sparsam; gelegentliche Funde dieser edlen Metalle wurden in der alten Chronik der Singhalesen besonders erwähnt und gepriesen. Eisen ist genügend vorhanden, Kohle fehlt. Nur eine Gesteinsart ist werthvoll und wichtig; sie besteht, wie der Diamant, einfach aus Kohlenstoff, aber aus uncrystallisirtem: das ist der Graphit, der Stoff für unsre Bleistifte, zu unschmelzbaren Tiegeln und zu Anstrichfarben, zum Ueberzug bei der Galvanoplastik.[299] 5 Millionen Mark betrug der Werth der Ausfuhr 1883 und neuerdings 7 Millionen.
Ganz anders war der Handel Ceylon’s in der arabischen Zeit. Edrisi, im 12. Jahrhundert n. Chr., nennt als Ausfuhrgegenstände Ceylon’s: Seide (die aus China kam), Perlen, Edelsteine und wohlriechende Stoffe.
Zwei Drittel der Bevölkerung von Ceylon, also 2 Millionen, sind Singhalesen, gelb oder gelbbraun, mit reichem, welligem Haar und feinen, angenehmen Gesichtszügen, Verehrer des Buddha. Sie sind ein Mischvolk aus den vor etwa 2500 Jahren vom Gangesthal her eingewanderten arischen Hindu und den schon lange vorher auf der Insel ansässigen Ureinwohnern.
Den zweiten Bestandtheil der Bevölkerung bilden die Tamilen, dunkelbraune Dravida, die aus Südindien, besonders von der Malabarküste, theils als Eroberer schon vor langer Zeit, selbst schon vor 1000 Jahren, in die Nordhälfte der Insel eingedrungen sind, theils neuerdings als Arbeiter auf den grossen Pflanzungen Beschäftigung suchen. Ihre Anzahl ist wechselnd, aber im Ganzen zunehmend, und beträgt jetzt gegen 800 000. Sie sind Shiwa-Verehrer. (Brahmanen).
Von den unvermischten Ureinwohnern Ceylons, die auf niedriger Bildungsstufe verblieben sind, den Wedda, ist noch ein geringer Rest, etwa 2200, erhalten. Nach den massgebenden Forschungen der Vettern Sarrasin stellen die Wedda eine uralte prae-dravidische, aber mit den Dravida verwandte, auf niedrigster Stufe zurückgebliebene Bevölkerung dar.