In Britain’s orient diadem.

1500 Soldaten genügen, „um die Eingeborenen niederzuhalten.“ Sie kosten jährlich 160000 £; drei Viertel dieser Ausgabe fällt der Colonie zur Last. Dazu kommen noch 1400 Polizisten, für 60000 £. Die Einkünfte der Insel betrugen (im Jahre 1883) 1462000 £, die Ausgaben 1458834 £; im Jahre 1889 aber nur 1052000 £ und 1030000 £. Im Jahre 1891 war das Einkommen 17962701 Rupien;[303] 1892 ungefähr ebensoviel. Das Jahr 1893 wird sich ungünstiger gestalten wegen des Silbersturzes; 5¾ Millionen R. sind nach London als Zinsen der Schuld und für Pensionen zu zahlen. Die Schuld der Colonie beträgt ungefähr 2000000 £ und ist im Wesentlichen für Eisenbahnen, Hafenanlagen und Wasserwerke verbraucht worden.

Die Colonie befindet sich jetzt in einer Uebergangszeit; mit dem Kaffebau ist es vorbei, die Thee-Pflanzung ist in stetiger Zunahme begriffen; die Pflanzer machen grosse Anstrengung, mit ihrem Thee den Weltmarkt zu erobern.


Colombo,

die Hauptstadt der Insel Ceylon, hat den Namen von ihrem Fluss. (Kelani oder Kalan-Ganga.) Schon 1340 n. Chr. wird sie von arabischen Geographen als Calambu, die grösste und schönste Stadt von Serendib, erwähnt. 1507 gründeten die Portugiesen hier eine befestigte Handelsniederlassung; nahezu 150 Jahre haben sie hier sich behauptet; fast ebenso lange ihre Nachfolger, die Holländer, bis 1796 die Engländer an deren Stelle traten. Immer blieb Colombo die Hauptstadt: 1815 hatte sie 28000 Einwohner; jetzt besitzt die Stadt 20000 Häuser und 120000 Einwohner.


Am Mittwoch, den 9. November, meinem ersten Tag auf Ceylon, war ich, wie immer, sehr zeitig aufgestanden. Entzückend ist der frühe Morgen nach dem erquickenden Regen der Nacht. Zuerst kommt das kühle Bad, das übrigens in diesem Hotel besonders bezahlt werden muss;[304] dann das erste Frühstück, bestehend aus Thee, Zwieback oder Toast, Bananen, Butter und Honig, welches der dienstthuende Aufwärter, ein etwa 40jähriger Singhalese mit recht stattlichem Bart, auf dem zu meinem Zimmer gehörigen, überdachten Balcon aufträgt, nachdem er den dichten Vorhang aus Bambus-Stäben emporgezogen. Eine grosse schwarze Krähe, die von meinen Vorgängern wahrscheinlich verwöhnt worden, erscheint sofort und heischt keck ihren Antheil. Die Fenster der gegenüberliegenden europäischen Häuser sind noch fest durch Vorhänge verschlossen, so dass ich nicht zu befürchten brauche, durch mangelhafte Bekleidung Anstoss bei Nachbarinnen zu erregen. Die durch den Regen erfrischten Blüthenbäume auf der Strasse mischen ihren Duft mit dem meiner Morgen-Cigarre.

Die singhalesischen und tamilischen Arbeiter in weissem Jäckchen, einen weissen oder auch hellrothen langen Schurz um die Lenden, schreiten einzeln und gruppenweise zum Hafen und zu den Lagerhäusern und Fabriken.