VII.
Ostindien.

Der Dampfer Shannon ist überfüllt. Meine Cajüte gehört zur ersten Classe nur durch den Fahrpreis, den ich zahlen musste; sie ist schlecht gelüftet und dunkel, da ihre Fenster nicht auf das freie Meer, sondern auf den Gang hinausgehen. Auf letzterem schlafen missbräuchlich die braunen Kinderfrauen (Aya) der englischen Familien. Aber ich bin wenigstens allein und ungestört in meinem engen Kämmerlein. Vor der Abfahrt beginnt wieder an Bord die Belästigung seitens der Händler und Wechsler. Dazu kommt das Geschrei der Knaben und Jünglinge, die im Katamoran, nur ein Stück Bambus als Ruder benutzend, das Schiff umkreisen und nach Münzen tauchen.

Nachmittags um 1 Uhr fahren wir ab, und zwar um die Südspitze von Ceylon herum, da die Meerenge zwischen der Insel und dem Festland (Palk-Strasse), wegen der Untiefen zwischen den Riffen der Adams-Brücke, für grössere Dampfer nicht fahrbar ist. Der Weg von Colombo nach Calcutta misst nur 1380 Seemeilen, dauert aber nicht weniger als sechs Tage, da einerseits in Madras gehalten wird, andrerseits die ziemlich gefährliche Einfahrt in den Hugli-Fluss, an dem Calcutta liegt, uns zweimal zwingt, längere Zeit vor Anker zu liegen, um die Fluth abzuwarten.


Log-Bericht.

Donnerstag, 24. November, 7° 40´ N., 82° 2´ O., 270 Seemeilen.

Freitag, 25. November, 12° 23´ N., 80° 50´ O., 292 Seemeilen. (53 bis Madras). Nachmittag von 5 bis 10 Uhr in Madras.