So viel ist klar, dass England alljährlich riesige Summen aus Indien zieht.[494]

Is that not a wonderful job, our India? Das fragte mich der gebildetste Engländer, den ich in Indien kennen gelernt. Ein Viertel des indischen Staatseinkommens, klagte der Parsi Naoroji im englischen Unterhaus, nehmen die Engländer; und für die eingeborenen Inder bleibt keine einträgliche und verantwortliche Stelle.

Werden die Engländer Indien behaupten? Wer weiss es? England ist eine grosse Macht, aber keine Grossmacht. Die ganze kaiserliche Weltstrasse, Canada, Hongkong, Singapore, Ostindien, Aden, Aegypten, ist ungenügend besetzt.

Wir Deutschen aber haben gar kein Interesse, des selbstsüchtigen und unersättlichen England’s asiatische Besitzungen zu schützen und etwa seinen Beitritt zum Dreibund zu wünschen. Uns könnte es eher angenehm sein, wenn unser östlicher Nachbar seinen Thatendrang nach Asien wendet und Europa in Frieden lässt.


Zu den sonstigen Sehenswürdigkeiten von Lucknow gehören hauptsächlich die Paläste der früheren Herrscher:

1) Kaiser Bagh, das hauptsächliche Bauwerk aus Wajid Ali Schah’s Regierung, 1848 begonnen, 1850 vollendet; es hat mit der inneren Einrichtung 80 lakh[495] Rupien, also ungefähr 16 Millionen Mark verschlungen. Um einen ungeheuren Hof ist ein Viereck zweistöckiger Gebäude errichtet, die Fassaden nach innen, mit allen möglichen Arten von Fenstern und Pfeilern, die Flächen gelb, die Verzierungen weiss getüncht, — so geschmacklos wie möglich. Im Innern dieser Gebäude sind einige grosse Hallen und unzählige Gemächer, die letzteren dienten den Damen des Harem (angeblich 200) zur Wohnung.

Der gewölbte Thorweg zeigt das Wappen mit zwei Fischen, welches Saadut Khan, der Gründer der königlichen Familie, angenommen hatte.

2) Chatr Manzil, das Sonnenschirm-Haus, in seltsam halbitalienischem Styl, 1827 bis 1837 von Nasir-ud-din für seinen Harem am Ufer des Gumti-Flusses erbaut, ist jetzt ein angenehmer Wohnsitz mit Lese- und Billard-Räumen für den Officier-Club (United Service Club), dessen Mitglieder dort auch für 60 Rupien im Monat ein wohl eingerichtetes Zimmer erhalten können.