Drei Gefahren bedrohten seine Nachfolger: Meuterei der eignen Generale, Aufstände der Hindu, neue Einfalle aus Mittel-Asien, hauptsächlich der Mongolen.
Der dritte und grösste Sultan der Dynastie, Altamsh, dessen Namen gleichfalls in den Bauten von Alt-Delhi, besonders in seinem Grabmal, erhalten ist, wurde vom Kalifen von Bagdad, 1229 n. Chr., feierlich anerkannt. Der vorletzte, Balban (1265–1287), hatte die heftigsten Kämpfe mit aufständischen Hindu zu bestehen, in Bengal, ferner in Rajputana, wo er 100000 dem Schwerte überlieferte. Aber an seinem Hofe lebten von seiner Gnade fünfzehn einst unabhängige Fürsten, die von den Horden der Mongolen aus Central-Asien vertrieben waren.
1290 folgte die Dynastie der Kilji auf den Thron von Delhi.
Alá-ud-din, der zweite Herrscher (1295–1315) dieser Linie, drang sogar in den Dekkan vor, erst plündernd, dann erobernd. Nachdem er fünf Einfälle der Mongolen zurückgeschlagen, die Gefangenen nach Delhi gesendet, wo die Anführer von Elephanten todt getreten, die Soldaten niedergemetzelt wurden; nachdem er seine aufständischen Neffen erst hatte blenden, dann enthaupten lassen: entsandte er seinen General, den Eunuchen Matik Kafur, der bis zur Südspitze von Indien siegreich vordrang und hierselbst eine Moschee errichtete. Eine grosse mohammedanische Bevölkerung in Nord-Indien (Türken, Afghanen, Mongolen) nahm Dienst in seinen Heeren. Sein Name lebt noch heute in dem wundervollen Thor zum Hof der Moschee Kutb-ul-Islam zu Alt-Delhi.
1320 bemächtigte sich des Throns Ghiyás-ud-dín Tughlak, der vom türkischen Sklaven bis zum Statthalter des Punjab emporgestiegen. Sein grausamer Sohn Muhamed Tughlak (1325–1351) sendete vergeblich Heere gegen Persien und China, schleppte zwei Mal die Einwohner von Delhi 800 englische Meilen südwärts nach Deogiri, dem er den Namen Daulatabad gab, verschlechterte die Münzen und hatte von 1338–1351 unablässig mit Aufständen seiner eigenen Beamten und der Hindu-Fürsten zu kämpfen.
Fíruz Tughlak (1351–1388) regierte menschlicher und lebt noch fort in dem dankbaren Gedächtniss der Nachwelt durch den Bau des alten Jumna-Canals. Aber 1398 drang Timur mit seinen Tataren-Horden durch die afghanischen Pässe, besiegte Mahmud, den letzten König der Tughlak-Dynastie, vor den Mauern von Delhi, plünderte dieses und andere Städte in der fürchterlichsten Weise und verschwand wieder durch die Nordwest-Pässe des Himalaya nach Central-Asien.
Mahmud kehrte zurück; von 1414–1450 folgte die Dynastie der Sayyid, von 1450–1526 die afghanische der Lodi; aber diese Fürsten waren ohnmächtig.
1526 drang der Mongole Bábar[506] ein und gründete das mongolische Kaiserreich von Delhi, dessen letzter Vertreter — 1862 als britischer Staatsgefangener zu Rangoon gestorben ist. Erst die Grossmogul verstanden die Gefahren zu beschwören, unter welchen die sieben vorhergehenden mohammedanischen Herrscherhäuser stets zu leiden hatten, indem sie, weniger glaubenswüthig als ihre Vorgänger, Hindu in die Regierung des Landes aufnahmen.
Bábar, Ururenkel des Tataren Timur, war erst Herrscher in Fergana am Oxus (Amu Darja), dann in Kabul; drang 1526 in Indien ein, das unter eine ganze Anzahl von mohammedanischen Königen und Hindu-Fürsten getheilt war, und besiegte Ibrahim Lodi zu Panipat, nördlich von Delhi. Die Mohammedaner traten auf seine Seite, die Rajput besiegte er 1527 bei Fahtepur Sikri in der Nähe von Agra. Als er 1530 starb, hinterliess er ein Reich, das vom Amu Darja in Central-Asien bis zum Ganges-Delta reichte.
Sein Sohn Humayun (1530–1556) hatte Kabul und den westlichen Theil des Punjab an seinen Bruder abzutreten; so war er seines Stützpunktes beraubt und wurde 1542 von Sher Shah, dem afghanischen Statthalter von Bengalen, vertrieben. Der letztere machte sich zum Kaiser von Delhi, begründete eine weise Verwaltung, schuf z. B. die Rupie, wurde aber schon 1545 beim Sturm auf die Felsenfeste Kalinjar getödtet. Sein Sohn folgte ihm in der Herrschaft. Aber unter seinem Enkel trat ein Aufstand ein. Humayun kehrte zurück, sein Sohn Akbar besiegte mit General Bairam die indisch-afghanische Macht 1566 in der entscheidenden Schlacht von Panipat.