Im Jahre 1814/15 betrug der Werth der Ein- und Ausfuhr 8 Millionen Mark, 1884 aber 1285 Millionen! 1891 sollen es sogar 3200 Millionen gewesen sein, nach dem Guide of Bombay, 1892. Aber hier zeigt sich die Unzuverlässigkeit solcher Büchlein. Nach Hunter’s amtlichen Zahlen betrug der ganze Handel Indiens 1890/91: Rx 196 Millionen. Hiervon entfielen 43 Procent (Rx 84 Millionen) auf Bombay, 37 Procent auf Calcutta. Bombay hat also Calcutta bereits überflügelt.

Den Haupteinfuhrgegenstand bilden Baumwollen-Waaren (für 187 Millionen Mark), den Hauptausfuhrgegenstand Rohbaumwolle (für 291 Millionen Mark). 77 Procent der ganzen Einfuhr und 58 Procent der ganzen Ausfuhr gehen durch den Suez-Canal.

Ausser dem Handel kommt die Industrie in Betracht. Bombay tritt durch seine Baumwollenspinnereien bereits in Wettbewerb mit Manchester. 1890/91 verkehrten 89797 Schiffe (darunter 3451 Dampfer) mit 5 Millionen Tonnen im Hafen von Bombay; allerdings kommen 87962 mit 2,8 Millionen Tonnen auf den Küstenhandel und den Verkehr mit indischen Häfen. Sechs grosse europäische Dampfschifffahrtgesellschaften unterhalten regelmässigen Dienst mit dem Hafen von Bombay.


Esplanade Hotel hat eine vortreffliche Lage inmitten der Stadt. Nach Osten liegt die Haupt-Längsstrasse der Stadt (Esplanade Road), nach Süden grenzt daran eine Gewerbeschule, nach Westen eine schmale Strasse, jenseits deren das Regierungsgebäude der Präsidentschaft emporragt, nach Norden eine breite Querstrasse und jenseits derselben ein kleiner, zu der Universität gehörender Garten. Hier tummeln sich Führer, Kutscher mit ihren Wagen, gelegentlich auch Gaukler und andre Schmarotzer der Reisenden.

Ungeheuer ist das Gewühl in der grossen Halle zur ebenen Erde, mit all’ den Dienern des Gasthauses, der Fremden, der in Indien lebenden Engländer, mit den Kaufmannsburschen, welche kommen und gehen. Im Hintergrund der Halle ist der Schreibtisch, wo man seinen Namen einträgt und seine Zimmernummer erfährt, um sofort, mit dem Personen-Aufzug, (ungünstigen Falles, selbst bis zum fünften Stock, wo hauptsächlich Diener hausen,) empor befördert zu werden.

Ich erhielt ein Zimmer im ersten Stock, das allerdings weder sehr gross, noch glänzend ausgestattet war.[587]

Weiter befinden sich in Unterstock, angrenzend an die grosse Halle, die eigentliche Abfertigung, wo man bestellt und bezahlt, eine Geld-Wechsel-Stube, die sehr angenehm und nöthig ist,[588] ein Postamt, ein Billard- und Trink-Raum, ein sehr schlechter und dunkler Leseraum, wo Zeitungen an Ketten liegen, einige Läden, die mehr oder weniger innige Beziehungen mit der Leitung des Gasthauses unterhalten. Das letztere soll Eigenthum des früheren Ministers eines Schutzstaates sein, der mit seinem Raub nach Calcutta sich zurückgezogen, und soll grossen Gewinn abwerfen. Die Schreiber und Wechsler sind Hindu, ebenso wie die Pförtner und Diener.

Die grossen Speise-Säle liegen im ersten Stock. Man speist an kleinen Tischen zu vier bis acht Personen. Jeder Tisch hat seinen eignen Aufwärter. Ansässige (Beamte, Kaufleute, Consuln) bringen wohl ihren eignen Diener mit. Speisen und Getränke sind befriedigend.