Hundert Millionen Mark sind hierfür, einschliesslich der Verbesserung der Backbay, ausgegeben worden.

Natürlich habe ich, bei meiner grossen Vorliebe für Hafen-Anlagen, nicht versäumt, den ganzen Hafen von Bombay im Boot zu durchfahren und alles genau in Augenschein zu nehmen. Ein ganzer Sonntag wurde daran gewendet. Bei dieser Gelegenheit besuchte ich auch S. M. Kreuzer Schwalbe, der soeben von unseren ostafrikanischen Besitzungen angekommen war und die deutsche Flagge im Hafen von Bombay flattern lies. Auf das zuvorkommendste wurde ich aufgenommen, von den Herrn Aerzten und Officieren durch das ganze Schiff geleitet, das vor Sauberkeit nur so blitzte. Da sah ich „die grossen Kanonen“, deren Ruf bald bei den unbotmässigen „Arabern“ so verbreitet war, dass schon der blosse Anblick des Schiffes ihnen einen heilsamen Schrecken einflösste. Spielend werden die mächtigen Feuerschlünde mittelst Maschinen von einem Mann gedreht und gerichtet.

Unsre Matrosen und Seesoldaten sind prachtvolle Gestalten. Lächelnd gedachte ich der an Bombay’s Mauern angeklebten bunten Marktschreier-Zettel, die deutsches Bier empfehlen und ein Kampfspiel (Seilziehen, tug of war,) zwischen deutschen und englischen Matrosen darstellen: worin unsre Leute jammervoll unterliegen. In Wirklichkeit wird die Sache sich wohl anders entwickeln.

Natürlich ist ein solcher Kreuzer nicht so geräumig, wie ein Postdampfer; mit dem Raum muss man haushälterisch umgehen. Der Dienst ist auch nicht leicht. Aber die Verpflegung ist vortrefflich, die Mannschaften sehen sehr gut aus und sparen den grössten Theil ihrer Löhnung.

Nach der Besichtigung wurde wirklich deutsches Bier aufgetischt und mehr als ein Glas auf das Wohl des Vaterlandes geleert.

Zum Schluss fuhr ich noch nach Prince’s Dock, wo der stattliche Postdampfer Imperatrix des östreichischen Lloyd, auf dem ich am 1. Januar meine Heimreise antreten sollte, hart an der Ufermauer verankert lag.

Capitän Egger, ein graubärtiger, biederer Seemann, empfing mich auf das freundlichste und zeigte mir die Einrichtung, ganz anders als die Capitäne der englischen P. & O.-Gesellschaft, die in dem Reisenden nur eine Zahl (oder eine Geldsumme) sehen.

Bootsfahrten sind natürlich, wie überall, bequem und billig. Als ich den Leuten 4 Rupien einhändigte, wagten sie gar nicht einmal, noch ein Geschenk (bakschisch) zu verlangen.

Schlechter ist es mit den Droschken bestellt, wenn auch nicht ganz so schlecht, wie in Calcutta. Der Gebührensatz ist allerdings, wie bei uns, auf einer deutlich sichtbaren Tafel gedruckt zu lesen, z. B. nach dem Malabar-Hügel und zurück 2½ Rupien. Aber wenn man oben angelangt ist, sagt der Kutscher, dass das Pferd müde oder krank sei, und sucht den vollen Preis für die halbe Fahrt zu erlangen. Nach solcher Erfahrung miethete ich für grössere Ausflüge stets in der Gasthofkanzlei einen Einspänner, der für den halben Tag 3 bis 5, für den ganzen Tag 6 bis 8 Rupien kostet und weit besser fährt. Für kürzere Fahrten in der Stadt sind allerdings auch die Droschken brauchbar. Wer Einheimische genauer betrachten will, wird gelegentlich die Pferdebahn benutzen, die uns für ein geringes durch die ganze Stadt befördert.