Da sind ganze Reihen von Ständen, wo Betel verkauft wird. Unter den Früchten sind besonders Bananen und Pumelo bemerkenswerth, sowie Mango zu ihrer Zeit (Mai). Ferner sind Zwiebeln reichlich vorhanden und viel begehrt. Hier wie überall im Morgenland sind Männer die Käufer, wenngleich nicht ausnahmslos; aber in den Verkauf theilen sich beide Geschlechter gleichförmig. Fisch, Hammel-, Rind-Fleisch werden in besonderen Abtheilungen feilgeboten. Natürlich ist verhältnissmässig weniger Nachfrage, als bei uns, da die Hindu fast gar kein Fleisch essen.
Hinter der Markthalle ist ein schöner Garten, wo in kleinen Holzhäuschen lebendige Vögel, Papageien und Pfauen, ferner Aeffchen und langhaarige Katzen verkauft werden. (Für arabische Pferde, die aus Bagdad gebracht werden, giebt es einen besonderen Verkaufsstand. Die mit malerischem Burnus bekleideten Araber, welche diesen Handel betreiben, sind vielfach in den Strassen zu sehen.)
Von dem Markt ist es nicht weit zu den Bazaren, wo die Erzeugnisse des Handwerks und Gewerbefleisses feilgeboten werden. Gleich die Fortsetzung von Hornby road, die Abduraman- (oder Aboulrehman) Strasse, ist ganz und gar mit Läden besetzt.
Einen sehr grossen Raum nimmt der Kupferschmied-Bazar ein, er macht sich dem Reisenden auch bald durch den Lärm des Hammers bemerkbar. Grosse kupferne Wassergefässe (Lota) werden in ungeheuren Mengen feilgehalten und verkauft.
Berühmt sind ferner die Holzschnitzereien und eingelegten Holzarbeiten von Bombay (Bombay-Büchsen), Gold- und Silber-Stickereien, Töpferwaaren, Juwelier-Arbeiten. Aber gewaltig ist die Zahl der Verkaufsstände für die ganz billigen Schmuckgegenstände und Flitter-Waaren, die jede Eingeborene, auch die ärmste, in grossen Massen gebraucht.
Die Strassen der Eingeborenen-Stadt sind eng und gewunden, ohne Bürgersteig, aber reinlich und reich an Abwechslung, dicht gedrängt von der auf- und abwogenden Menge, durch welche merkwürdiger Weise Wagen, ohne Schaden anzurichten, sich durchwinden. Die Häuser enthalten unten Läden und Verkaufsstellen, oben Erker, die vielfach ebenso wie die Thürpfosten schön geschnitzt und reich bemalt sind. Ganze Sippen leben in einem Hause. Auf 2½ Quadratkilometer wohnen gegen 400000 Menschen.
Von Tempeln bemerkt man leicht drei Arten, die grell bemalten und mit abenteuerlichen Bildwerken geschmückten Hindu-Tempel; die einfacheren und bildlosen Moscheen, die immerhin durch Kuppel und Minarets hervorstechen; und die ganz schmucklosen, unzugänglichen, wie es heisst, auch innen ganz leeren Gebethäuser der Parsi.
Obwohl in der Eingeborenen-Stadt die Teiche (Tanks) nicht fehlen, so sieht man hier doch nirgends die elenden Dorf-Hütten um dieselben, wie in Calcutta.
Einen besonderen Stadttheil im Norden bilden die Fabriken mit ihren hohen Schornsteinen.
Ich besuchte mit einem Empfehlungsschreiben die Seidenfabrik des Herrn Sassoon, die 1200 Menschen, nur Asiaten, beschäftigt.