Das Innere bildet einen Hohlraum mit rechteckiger Grundfläche, (85′×45′, 35′ hoch.) und mit einem tonnenförmigen, gerippten Dach,[631] als wäre es das eines hölzernen Riesenschiffs. Die Seitenwände bestehen gewissermassen ganz und gar aus dichtstehenden, geschmückten Säulen,[632] über denen ein steinerner Teppich mit Heiligen-Darstellung ringsum läuft. Der Hintergrund wird von einer bis zur Decke reichenden Dagoba eingenommen, vor welcher ein riesengrosser Buddha sitzt. Nur von vorn her fällt das Licht gerade auf diesen, alles übrige ist im Halbdunkel; trotzdem sind alle Figuren und Verzierungen auch an den dunkelsten Stellen der Höhle vollkommen ausgearbeitet.

Es ist eine vollständige buddhistische Kirche (chaitya) aus späterer Zeit,[633] jedenfalls wohl einige Jahrhunderte n. Chr. errichtet.

Eine Reihe von Klöstern (Vihara) sind in der Nähe dieser Kirche in den Fels gegraben. Das grösste ist Dherwara,[634] 100×70 Fuss.

Es folgen mehrere kleinere. In dem Allerheiligsten ist stets Buddha dargestellt.

Do-Tal ist zweistöckig, Tin-Tal sogar dreistöckig, wie schon die Namen sagen, mit schönen Blumenkorb-Säulen.

Ganz ähnlich ist der zweistöckige Bau von Das Avatar, aber der Stil ist brahmanisch, mit einer Halle für den heiligen Stier des Schiwa; wahrscheinlich war dies hier der älteste Höhlentempel der Brahma-Gläubigen, welche zunächst dem Vorbild der Buddhisten folgten. Das Bildwerk zeigt Schiwa als Zerstörer.

An dem Nordende des Hügels liegen die Jaina-Tempel. Der eine, Indra Subha, ist besonders dadurch merkwürdig, dass der kleine freistehende Schrein vor der Höhle, nach Fergusson aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., das Muster zu dem grossen Kailas abgegeben. Die Bildsäule von Indra und seinem Weib Indrani sind die schönsten in ganz Ellora.

Von 12½ bis 5¼ Uhr durchwanderten wir diese wunderbaren Bauten, betrachteten die merkwürdigen Formen der Höhlen, der Säulen,[635] der gemeisselten Bildwerke und schieden mit der Ueberzeugung, dass der Gesammteindruck der Höhlentempel gradezu überwältigend ist.