[112] Mit dem Gold sind die Japaner schlecht gefahren. Im 15. Jahrhundert n. Chr. galt 1 Theil Gold = 9½ Silber, 1765 1 Gold = 11,35 Silber, 1855–1860 1 Gold = 4,6 Silber. So verschwand das Gold aus dem Lande. Und da nunmehr die Regierung den Preis der Goldmünzen höher ansetzte, als ihr Werth in Europa war; so erhielt sie den noch nicht eingeschmolzenen Rest zurück und machte wieder Schaden.
[113] Bekanntermassen ist der Silberdollar der Vereinigten Staaten genau ebenso gross und schwer und von demselben Feingehalt, gilt aber 4 Mark 20 Pfennig — wegen des Credits der Vereinigten Staaten. Aber im gewöhnlichen Verkehr Ostasiens gelingt es nicht, diesen höheren Preis zu erzielen. [Wenige Monate, nachdem ich dies geschrieben, ist der Silbersturz erfolgt.]
1 Mon = 0,01 Sen = 0,03 Pfennig.
4 Mon = 0,04 Sen = 0,12 Pfennig.
[115] Die Staatsschuld betrug 1889 gegen 300 Millionen Yen, darunter gegen 50 Millionen Banknoten.
[116] Sha = Wagen, chinesisch. Oft hört man nur diese Silbe ausrufen. (Japanisch heisst der Wagen Kuruma.) Die Engländer schneiden dem Wort den Kopf ab und zerquälen die Selbstlauter, bis sie rikshaw fertig bringen.
[117] H. Meyer wurde im Winter bei 3° in 4 Stunden 46 km weit gezogen!
[118] Ganz anders in Indien. Von Abu Road nach Abu Mountain (16 englische Meilen) befördert uns die Jinrikisha in sechs Stunden. Sechs Mann sind dabei thätig. Als ich ein Drittel des Weges gemacht, versuchten sie, mir einen schlechtgesattelten Ponny aufzuschwatzen.
[119] Als ich 1890 mit meiner Frau in der Vorstadt Pankaldi, wo wir unser Mittagsmahl in einer befreundeten Familie genommen, Abends nach Pera zurückfuhr, setzte sich mein Wirth mit gespanntem Revolver auf den Kutscherbock.
[120] Tenno Mutsu Hito, geb. 1852, regiert seit 1868 mit Eifer und Weisheit. Als die Kammern kürzlich die Panzerschiffe nicht bewilligten, sagte er: „Die Worte sind überflüssig. Die Schiffe müssen gebaut werden. Ich steuere aus meinem Privatvermögen 600000 Yen bei.“ Ebensoviel gab er für den Biwa-Canal. (Die Civilliste betrug 1889/90 3½ Millionen Yen, doch sind Apanagen und Tempel auf sie angewiesen. — Staatseinnahmen 76½ Millionen Yen, 42 aus Grundsteuer, 14 vom Schnaps (Sake), 4 Zölle. Ausgaben 76½ Millionen Yen, 20 für Staatsschuld, 12 Ministerium des Krieges, 6 der Marine.) Als ein Reiterstandbild des Kaisers auf der Niju-Brücke vorgeschlagen wurde, verwarf er den Plan, damit nicht die Fremden unter den Füssen eines Pferdes hindurch in den Palast kommen müssten. Er hat, nach altem Gebrauch, seiner Regierungszeit einen besonderen Namen gegeben, und zwar Mei-ji, d. h. erleuchteter Frieden. Verschiedene Briefe meiner japanischen Freunde aus dem Jahre meiner Reise (1892) sind datirt: Im Jahre 25 Mei-ji. Seit dem Jahr 1873 ist unser Kalender in Japan angenommen, statt der schwerfälligen und zusammengesetzten Zeitrechnung der Chinesen.