- Der erste Tisch.
- Suimono: (Suppe mit Tai-Fisch und Iwatake-Pilz).
- Kuchitori, dessen Materialien:
- Wildes Geflügel,
- Krebse,
- Eier,
- Essbare Kastanien,
- Süsse Citrone.
- Sashimi, dessen Materialien:
- Suzuki-Fisch,
- Aralia edulis,
- Junge Gurken.
Gewürz: Meerrettig.
- Hachizakana, dessen Material: Karei-Fisch, mit Gewürz, frischem Ingwer.
- Donburi, dessen Material: Anago-Fisch.
- Mizubachi, dessen Materialien:
- Namami-Fisch,
- Nori (Meerpflanze).
Gewürz: Frischer Ingwer.
- Chawanmushi, dessen Materialien:
- Geflügel,
- Krebse,
- Essbare Kastanien.
Das Verbindungsmittel bilden Eier.
- Der zweite Tisch.
- Namasu, dessen Materialien:
- Akagai-Muscheln,
- Melonen,
- Iwatake-Pilz.
- Shiru (Suppe).
- Narazuke, Wurzel und Früchte,
- Misozuke, Wurzel und Früchte,
- Der grüne Salat (natürlich in japanischer Weise).
- Komono, dessen Bestandtheile:
- Grosse Krebse (eine Art von Hummern),
- Shiitake-Pilz,
- Gemüse.
Gewürz: Süsse Citronen.
- Hira, dessen Bestandtheile:
- Choko, dessen Material: Awabi-Muscheln.
- Tai-Fisch,
- Essbare Kastanien,
- Eier.
- Tsubo, dessen Materialien:
- Tai-Fisch,
- Hummer,
- Hamaguri-Muscheln.
- Hikimono, dessen Bestandtheile:
- Namasu, dessen Materialien:
- Getränke:
- 1) Kamenotoshi,
- japanisch.
- 2) Shisoshu,
- 3) Umeshu,
- 4) Awamori,
- 5) Mirin,
- 6) Jōrōshu,
- 7) Irozakari,
- 8) Hōmeishu,
- 9) Champagner, europäisch.
| 1) Kamenotoshi, |
| japanisch. |
| 2) Shisoshu, | ||
| 3) Umeshu, | ||
| 4) Awamori, | ||
| 5) Mirin, | ||
| 6) Jōrōshu, | ||
| 7) Irozakari, | ||
| 8) Hōmeishu, | ||
| 9) Champagner, europäisch. | ||
Der Uebersetzer bemerkt: Alle vierzehn Teller stellen verschiedene Kocharten dar. Aber es ist unmöglich, dieselben zu erklären oder zu übersetzen. Es ist auch unmöglich, die Namen verschiedener Fische zu übersetzen. Es sind im Ganzen: a) Fünf Arten feinster Fische, b) zwei Arten Hummern und eine Art Krebs, c) drei Arten feinster Muscheln, d) zwei Arten Geflügel, e) Eier, f) zwei Arten feinster Pilze, g) essbare Kastanien, h) Melonen, i) junge Gurken, k) Aralia edulis, l) Nori (Meerpflanze), m) verschiedene Gemüse und Früchte, n) Gewürze, süsse Citronen, frischer Ingwer, Meerrettig etc. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass das Fleisch irgend eines vierfüssigen Thieres (sei es Kalb, sei es Rind, sei es Hammel, sei es Reh,) vollständig fehlt. Der Grund ist der, dass es bei uns nicht als feines Fleisch gilt. Es darf auf einem feinen Diner nicht vorgesetzt werden, es sei denn ein europäisches. Auch die in Europa ausserordentlich hoch geschätzten Austern und Lachse gelten bei uns nicht als sehr fein, obgleich sie manchmal auf den Tisch der vornehmen Leute gebracht werden. Uebrigens sind die Austern bei uns (insbesondere in den südlichen Provinzen) sehr billig und werden auch von den armen Leuten gegessen. —
Ergötzt wurden beim Gastmahl Aug’ und Ohr durch Musik und Tanz. Musik ist nach Montesquieu ein angenehmes Geräusch; ein unangenehmes aber wird es für den Europäer, wenn es von Einwohnern der andern Erdtheile verübt wird, seien es „Araber“ in Tunis oder Aegypten, oder Türken in Constantinopel oder Smyrna, oder Hindu, Singalesen, Chinesen, Japaner; seien es zum Tanz singende Rothhäute in den Vereinigten Staaten oder in Canada.
Die Japaner haben Musik seit uralter Zeit besessen, aber ihre jetzige mit Harfen, Lauten, Leiern (Koto), die mittels eines dreieckigen Elfenbeinstabes gespielt werden, Fiedeln, Flöten, Trommeln haben sie von den buddhistischen Priestern aus China erhalten; höchstens die Guitarre (Samisen), das Lieblingsinstrument der Sängerinnen, von dem spanischen Manila.
Für die Guitarre giebt es auch keine Noten, wie für die heilige Musik. Es besteht noch grosser Streit unter den Gelehrten, ob die Japaner fünf Töne haben (ohne Quart und Septime des Grundtones) — wie „fünf Elemente“, oder unsre kleinere Tonleiter.
Einer meiner jüngeren Freunde, der mehrere Jahre in Europa gelebt, erklärte mir, dass er die Musik von Richard Wagner für sehr schön halte, aber gleichzeitig für sehr schwer; und dass die japanische Musik seinem Ohr angenehmer klinge, wegen der langen Gewöhnung, gerade so wie ihm die japanischen Speisen besser schmeckten, als die europäischen.
Auf unserm Gastmahl wurde unter Harfenbegleitung von den Töchtern des Hauses und deren Verwandten und Freundinnen, kleinen Mädchen von 5–10 Jahren, die auf das prachtvollste mit geblümten Seidengewändern bekleidet und geschmückt waren, ein eigens für diesen Zweck erfundener und sorgsam eingeübter Geberdentanz aufgeführt. Soweit ich es verstehen konnte, war es ein Tanz von Fischerinnen, die am Gestade des Meeres den aus der Ferne gekommenen Gast begrüssten und unter Schwenken von Segeln und Netzen auf das freundlichste willkommen hiessen.
