Mit seltsamen Tönen und Ausdrücken, welche er sie lange und geduldig vorher hatte einüben lassen, belebte sie, ohne die Lippen zu bewegen, ohne sie nur anzusehen, die beiden Ungeheuer.

Und in der Stille der Nacht begann jetzt der wunderbare Dialog zwischen der Chimäre und der Sphinx, vorgetragen mit tiefen, rauhen Kehllauten, dann in scharfer, feiner Stimme:

„Hier, Chimäre, halte still.“

„Nie und nimmer.“

Gewiegt von der entzückenden Prosa Flauberts, hörte er schwer atmend das schreckliche Duett, und ein Schauder durchflog ihn vom Nacken bis zur Zehe, als die Chimäre die feierlichen und zauberhaften Worte ausspricht:

„Ich suche neue Wohlgerüche, prächtigere Blumen, unbekannte Genüsse.“ –

Ach! es war ihm, als ob diese Stimme zu ihm selbst, geheimnisvoll, wie in einer Beschwörung, sprach.

Das ganze Elend seiner eigenen nutzlosen Anstrengungen strömte ihm zum Herzen zurück. Sanft umfasste er das schweigende Weib wie ein ungetröstetes Kind; nicht einmal das verdriessliche Gesicht der Komödiantin beachtete er, die genötigt war, eine Scene zu spielen und ihr Handwerk noch während ihrer Mussestunden auszuüben.

Ihr Verhältnis dauerte fort, doch bald verschlimmerte sich die Schwäche des Herzogs; die Aufwallungen seines Gehirns schmolzen nicht mehr das Eis seines Körpers; die Nerven gehorchten nicht mehr seinem Willen; die leidenschaftlichen Thorheiten der Greise beherrschten ihn. Da er sich mehr und mehr bei seiner Geliebten schwach werden fühlte, nahm er seine Zuflucht zu dem wirksamsten Hilfsmittel der alten und unbeständigen Aufreizung, zu der Furcht.

Während er seine Maitresse in seinen Armen hielt, erscholl hinter der Thür eine rauhe Säuferstimme: „Wirst du gleich öffnen? Ich weiss sehr gut, dass du mit einem reichen Gimpel zusammen bist, na warte nur, du Schlange!“