Er betrachtete all diese Toilettengeräte, die er auf die Bitte einer seiner Geliebten gekauft hatte, die unter dem Einfluss gewisser Gerüche, gewisser Balsame vor Entzücken verging.
Er grübelte über die Erinnerungen nach und es fiel ihm ein Nachmittag ein, den er mit dieser Frau, aus Langeweile und Neugier, in Pantin bei ihrer Schwester zugebracht hatte und der in ihm eine ganze Welt vergessener Ideen und alter Parfüms wachrief.
Er flüchtete in sein Arbeitszimmer zurück und öffnete das Fenster weit, glücklich, sich in der frischen Luft zu baden. Aber plötzlich war es ihm, als wenn der Wind ihm einen unbestimmten Geruch von Bergamottenessenz entgegentrieb, mit welchem sich der Jasminsprit, die Cassie und das Rosenwasser verband.
Er atmete schwer auf.
Der Geruch wechselte und veränderte sich, ohne zu verschwinden. Ein unbestimmter Duft von Tolutinktur, von Perubalsam, von Safran, verschmolzen mit einigen Tropfen Amber und Moschus, stieg jetzt aus der schlafenden Stadt empor, von dem Fusse der Anhöhe her, und plötzlich vollzog sich eine Metamorphose, die getrennten Gerüche verbanden sich und von neuem verbreitete sich der Frangipan, dessen Geruch die Elemente und die Analyse herbeigeführt hatten, über das Thal Fontenay bis zum Festungswerk hinauf. Sie erschütterten seine erschöpften und angegriffenen Nerven noch mehr, so dass er ohnmächtig an der Fensterbrüstung niedersank.
ELFTES KAPITEL.
Die erschrockenen Dienstboten beeilten sich, einen Arzt aus Fontenay herbeizuholen, der absolut nichts von dem Zustand des Herzogs verstand.
Er brummte einige medizinische Ausdrücke, fühlte den Puls, besah die Zunge des Kranken, versuchte, allerdings vergebens, ihn zum Sprechen zu bringen, verordnete lindernde Mittel und grosse Ruhe und versprach, den andern Tag wieder zu kommen.
Auf ein verneinendes Zeichen des Herzogs, der Kraft genug fand, den Eifer seiner Dienstboten zu missbilligen und diesen lästigen Eindringling zu verabschieden, ging dieser fort und machte sich daran, im ganzen Dorf von den Excentrizitäten dieses Hauses zu erzählen, dessen Einrichtung ihn geradezu mit Verwunderung erfüllt und ihn verblüfft hatte.
Zum grössten Erstaunen der beiden alten Diener, die nicht mehr das Dienstzimmer zu verlassen wagten, erholte sich ihr Herr in einigen Tagen wieder. Sie überraschten ihn, wie er an die Scheiben trommelte und den Himmel mit ungeduldiger Miene betrachtete.