Er sah durch das Fenster; es war Nacht geworden. Die Gasflammen blinzelten mitten in einem gelblichen Hofe durch den Nebel, Lichtstreifen schwammen auf den Pfützen.

Er versuchte sich zurechtzufinden; er erblickte das Carrousel. Plötzlich, aus seinen Träumen aufgescheucht, fiel ihm ein höchst trivialer Umstand ein: sein Diener hatte beim Kofferpacken eine Zahnbürste vergessen.

Er unterwarf die Liste der eingepackten Gegenstände einer Musterung, alle lagen geordnet in seiner Reisetasche, nur die Bürste fehlte, und sein Ärger darüber dauerte fort, bis ihm das Halten des Wagens ein Ende machte.

Er befand sich in der Rue de Rivoli, vor „Galignani’s Messenger“. Neben einer Thür von mattem Glas, die mit Zeitungsausschnitten und Telegrammen beklebt war, hingen zwei grosse Glaskasten mit Albums und Büchern. Er trat näher, angezogen von den buntfarbigen Büchereinbänden, die in allen Formen und Grössen dort ausgestellt waren. Alles hatte einen kaufmännisch antiparisischen Anstrich, die Einbände waren gröber, aber weniger geschmacklos als die schlechten französischen.

Dann öffnete er die Thür und trat in ein grosses Bibliothekzimmer, das mit Menschen angefüllt war. Fremde sassen umher und entfalteten Karten und radebrechten in unbekannten Sprachen.

Ein Kommis brachte ihm eine ganze Kollektion von Reisehandbüchern. Er setzte sich nieder und sah sich die Bücher, deren biegsamer Pappband sich unter dem Druck seiner Finger bog, durch. Er durchblätterte sie und blieb bei einer Seite des Baedeker stehen, auf welcher die Museen Londons beschrieben sind.

Er interessierte sich für die kurzen und graziösen Details des Führers; seine Aufmerksamkeit ging von der alten englischen Malerei zu der neuen über, die ihn mehr reizte. Er erinnerte sich einiger Bilder, die er in internationalen Ausstellungen gesehen hatte, und hoffte, dass er sie vielleicht in London wiederfinden würde, wie die Gemälde von Millais: „die Krankenwache der heiligen Agnes“, mit jenem seltsamen grünlich-silbernen Mondlicht, dann Bilder von Watts, von eigentümlichem Farbengemisch, die von einem kranken Gustav Moreau entworfen und von einem blutarmen Michel-Angelo ausgeführt sein konnten.

Unter anderm erinnerte er sich einer „Denunziation des Kain“ und einer „Ida“.

Alle diese Gemälde traten vor sein Gedächtnis. Der Kommis, erstaunt, diesen Käufer so in Gedanken verloren am Tische sitzen zu sehen, fragte ihn endlich, ob er schon eine Wahl getroffen habe.

Der Herzog starrte ihn ganz verdutzt an, entschuldigte sich, kaufte einen Baedeker und ging hinaus.