In zwei Tagen war ohne jeden Übergang der feuchten Kälte und den Regengüssen eine brennende Hitze, eine Luft von entsetzlicher Schwere gefolgt. Wie mit Feuerhaken geschürt strahlte die Sonne, gleich der Öffnung eines Backofens, ein fast weisses Licht aus, das das Auge blendete; ein heisser Staub erhob sich von den kalkigen Chausseen und verdorrte die Bäume und den Rasen. Die Sonne, die auf die weiss getünchten Mauern, die Zinkdächer und die Fensterscheiben niederbrannte, blendete förmlich. Die Glut einer Giesserei lag auf dem Hause des Herzogs Jean.

Halb nackt öffnete er ein Fenster, eine Welle heisser Luft schlug ihm ins Gesicht; in dem Esssaal, in den er sich flüchtete, war es glühend.

Er setzte sich ganz verzweifelt nieder, denn die Überreizung, die ihn aufrecht hielt, solange er beim Ordnen seiner Bücher seinen Träumen nachgehangen hatte, war jetzt vorüber.

Wie alle nervösen Leute wurde er durch die Hitze sehr angegriffen. Die Bleichsucht, durch die Kälte zurückgehalten, machte sich wieder bemerkbar und schwächte den ohnedies schon matten Körper noch mehr durch übermässigen Schweiss.

Das Hemd auf dem nassen Rücken klebend, die Beine und Arme kraftlos, die Stirn mit Schweiss bedeckt, der in salzigen Tropfen die Backen hinablief, lag der Herzog wie gebrochen in seinem Sessel. Der Anblick des Fleisches, das auf dem Tische stand, widerte ihn in diesem Augenblick an und er befahl, es fortzutragen; er bestellte sich Eier und versuchte Stückchen Brot, ins weiche Gelbe getunkt, hinunter zu würgen; aber sie blieben ihm in der Kehle sitzen. Die Neigung zum Erbrechen kam. Er trank einige Tropfen Wein, die ihm wie Feuer im Magen brannten.

Er wischte sich das Gesicht ab; der Schweiss, noch eben warm, floss kalt an den Schläfen entlang. Er sog einige Stückchen Eis langsam auf, um die Übelkeit zu vertreiben. Doch vergeblich.

Eine grenzenlose Mattigkeit drückte ihn nieder; er meinte zu ersticken und stand auf.

Noch nie hatte er sich so beunruhigt, so zerrüttet, so elend gefühlt. Dabei quollen seine Augen, er sah die Gegenstände doppelt und um sich selbst drehend. Bald verschwand ihm das Gefühl für die richtigen Entfernungen, sein Glas schien ihm eine Meile von ihm zu stehen. Er verhehlte sich nicht, dass er der Spielball seiner sensationellen Täuschungen war, und unfähig, dagegen zu reagieren, legte er sich auf das Sofa im Salon.

Da aber wiegte ihn ein Schwanken, wie das Schwanken eines Schiffes, und die Übelkeit wurde stärker; er stand wieder auf und entschloss sich, durch ein Verdauungsmittel die Eier, die ihn nahezu erstickten, hinunterzubringen.

Er ging nach dem Esszimmer zurück und verglich sich in dieser Kabine melancholisch mit einem Seereisenden. Er kam sich wie ein von Seekrankheit befallener Passagier vor.