Beim Studium seiner frühen Gedichte erkannte der Herzog unter seinen unselbständigen Versuchen ein Talent, das schon von Baudelaire tief durchdrungen war, dessen Einfluss sich später noch mehr geltend machte, ohne dass er ein erdrückender geworden wäre.

Seine späteren Bücher, die „Bonne Chanson“, die „Fêtes galantes“, die „Romances sans paroles“, schliesslich sein letzter Band „Sagesse“ enthielten Gedichte, in denen sich der originelle Schriftsteller offenbarte und sich von dem grossen Haufen seiner Kollegen glänzend abhob.

Im Gegensatz zu Verlaine, der direkt von Baudelaire abstammte und besonders durch die psychologische Seite, durch die köstliche Färbung des Gedankens, durch die gelehrte Quintessenz des Gefühls mit ihm verwandt war, näherte sich Théodore Hannon besonders dem Meister in der plastischen Form, in der äusserlichen Erscheinung der Wesen und Dinge.

Seine entzückende Korruption stimmte merkwürdig mit den Neigungen des Herzogs überein, der bei Nebel und Regentagen sich in den von dem Poeten erdachten Schmollwinkel einschloss und seine Augen an dem Schillern seiner Stoffe, an dem Funkeln seiner Edelsteine, an der ausschliesslich materiellen Pracht berauschte, die zu den Aufreizungen des Gehirns beitrugen.

Mit Ausnahme dieses Poeten und Stéphane Mallarmé’s, die er seinem Diener beiseite zu legen befahl, um sie abseits aufzustellen, fühlte sich der Herzog nur wenig von den Dichtern angezogen.

Trotz ihrer prächtigen Form, trotz der imposanten Wendung seiner Verse, die sich mit solchem Glanz ausbreiteten, dass die Hexameter von Hugo sogar im Vergleich düster und klanglos schienen, konnte ihn Leconte de Lisle jetzt nicht mehr befriedigen.

Das Altertum, das Flaubert so wunderbar wieder belebt hatte, blieb unter seinen Händen leblos und kalt. Es war kein Blut in diesen Versen, alles war nur Aussenseite; nichts atmete in diesen öden Gedichten, deren kaltblütige Mythologieen ihn schliesslich erstarrten.

Auch an Gautiers Werken fand er kein Interesse mehr, nachdem er ihn lange gern gehabt hatte; seine Bewunderung für einen so unvergleichlichen Maler, wie dieser Mann es war, war von Tag zu Tag mehr verschwunden, und jetzt war er erstaunter als entzückt über diese indifferenten Beschreibungen.

Zweifellos liebte der Herzog die Werke dieser beiden Poeten, wie er seltene und kostbare Steine liebte, aber keine der Variationen dieser vollkommenen Instrumentisten konnte ihn mehr entzücken, denn keine war dem Träumen zugänglich, keine zeigte, wenigstens nicht für ihn, einen jener lebhaften Durchblicke, die ihm erlaubten, den langsamen Flug der Stunden zu beschleunigen.

Er ging hungrig von diesen Büchern weg; ähnlich erging es ihm bei Victor Hugo.