Verzeichne uns heut, uns und das ganze Haus Israels, ins Buch des Friedens, der Nahrung und des Wohlseins.
Bewahre unsere Zunge vor trüglicher Rede und unser Gemüt vor Hochmut, segne uns mit einem willigen Herzen und einem eifrigen Geiste zur Erfüllung unsrer Pflichten, und nimm wohlgefällig auf die Worte meines Mundes und die Gedanken meines Herzens, Du, mein Fels und mein Erlöser! Amen.
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Sünden-Bekenntnis.
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Herr und Vater! Du hast den heiligen Versöhnungstag für uns eingesetzt, daß wir das Heil unserer Seele, die Vergebung unserer Sünden von Dir erlangen. Wohl weiß ich es, daß ich keine Versöhnung für mich herbeiführen kann ohne Reue und Besserung. Darum ist dieser Tag für mich eine Zeit der Selbstprüfung und des eifrigen Forschens nach dem Zustande meines innersten Wesens. So laß mich denn reuevoll das Bekenntnis meiner Sünden vor Dir aussprechen.
Was könnte es mir auch nützen, wenn ich sie verbergen oder auch nur das offene Eingeständnis derselben unterdrücken wollte! Ist Dir ja doch das Geheimste offenbar. Du schauest den verborgensten Zusammenhang aller Dinge im Weltall, und ebenso geöffnet vor Dir sind die Kammern meines Herzens, meine Taten alle und alle meine Gedanken.
Herr und Vater, ich habe gesündigt gegen Dich.
Ich habe die falschen Vorstellungen von Dir nicht in dem Maße aus meiner Seele verbannt, als ich es wohl vermocht hätte, wenn ich mit Eifer jede Gelegenheit gesucht hätte, Belehrung zu empfangen, um den Glauben zu befestigen und mich vom Aberglauben zu entfernen.
Ich habe nicht Dir allein gedient: habe mich des Götzendienstes schuldig gemacht, wenngleich ich nicht gebetet vor Holz oder Stein, denn oft habe ich mein Knie gebeugt vor dem Unwürdigen, um die Gunst der Menschen mir zu erkaufen, oft habe ich auch ein Opfer dargebracht auf dem Altar des Genusses, das Dir nicht wohlgefällig war.