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Mein Gott! Du sorgest als ein Vater für alle Geschöpfe auf Erden und gibst jedem Wesen seines Leibes Nahrung nach seinem Bedürfnis. Durch Deine Liebe habe auch ich mich wieder gesättigt, und wie ich bisher nicht Mangel gelitten habe, so wirst Du für und für mir Deine Gaben nicht versagen, daß mir mein täglich Brot nicht fehle. O möge es Dein Wille sein, daß mein Tisch, an dem ich esse, immerdar ein gesegneter sei, damit beim Genusse Deiner Spende auch die Fröhlichkeit des Herzens mir nicht fehle. Laß mich nie satt werden durch fremdes, unrechtmäßig erlangtes Gut, laß mich nie satt werden von dem Brote menschlicher Mildtätigkeit, sondern ernähre mich aus der Fülle Deines Segens. Versage mir, gütiger Gott, auch nie den Überfluß in solcher Weise, daß der Dürftige hungrig von meiner Türe hinweg gehen müßte.

Mein Gott, ich lobe Dich! Mein Gott, ich danke Dir! Mein Gott, ich hoffe auf Dich! Du bist es, der da öffnet seine Hand, und sättigt alles, was da lebt, in Wohlgefallen. Amen!

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Nachtgebet.

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Mein Gott! Ich danke Dir für Deine Huld und Güte, die Du auch in des heutigen Tages Stunden an mir bewiesen.

Ich lege mich nun getrost zum Schlummer nieder und übergebe meinen Leib und meine Seele Deiner Obhut. Wahrlich, Du schläfst nicht, Du schlummerst nicht, Du Hüter Israels. O, möge es Dein Wille sein, daß ich schlafe in Frieden, und daß ich erwache in Frieden, daß nicht böse Träume mich erschrecken und nicht kummervolle Gedanken die Ruhe von meinem Lager scheuchen.

Auf Deine Hilfe hoffe ich, Herr, allezeit.

In Deine Hand befehle ich meinen Geist zur Zeit, wenn ich schlafe und wenn ich erwache, und mit meinem Geiste auch meinen Körper; ist Gott mit mir, so fürchte ich nichts. Amen!