Du wolltest, daß Redlichkeit und Vertrauen herrsche unter den Menschen, daß nicht der eine rechtlos genieße, was der andere erworben, daß nicht Bosheit und List sich bereichere und der Fleiß und die Rechtschaffenheit darbe, daß nicht die Gewalt siege über die Gerechtigkeit, und Du sprachst es aus: „Du sollst nicht stehlen!“
Du wolltest, daß die Lüge verbannt sei und verachtet unter den Menschen, daß der Tückische nicht schände den Namen des Unschuldigen, die Gerechtigkeit nicht verhüllt werde von dem Gewebe des Truges, der Gerechte sicher sei vor der Verleumdung des Lasterhaften, und Du sprachst es aus: „Du sollst nicht falsches Zeugnis aussagen wider Deinen Nebenmenschen!“
Und Du wolltest, daß der Mensch sorgsam achte auf sich selber, daß er selbst der Wächter seiner Tugend sei, daß die bösen Leidenschaften nicht über ihn Herr werden, daß er nicht der Genußsucht und der Habgier zur Beute werde, sondern sein Anteil in Zufriedenheit genieße und nach seinen Kräften Gutes wirke, und Du sprachst es aus: „Du sollst nicht begehren, was Deinem Nächsten gehört!“
Das sind Deine heiligen Gebote, o Herr! Sei mir gnädig und gib mir Kraft und Willen, sie zu üben in allen Tagen meines Lebens. Amen!
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Die Hallel-Psalmen.
([Seite 39].)
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Gebet beim Herausheben der Thora.
([Seite 44].)