Majorin.
Deine Dochter—Der Hofmeister.—Lauf! (fällt in Ohnmacht)
Major. Hat er sie zur Hure gemacht? (schüttelt sie) Was fällst Du da hin; jetzt ists nicht Zeit zum hinfallen. Heraus mit, oder das Wetter soll Dich zerschlagen. Zur Hure gemacht? Ists das?—Nun so werd' denn die ganze Welt zur Hure und Du Berg nimm die Mistgabel in die Hand— (will gehen)
Geh. Rath. (hält ihn zurück)
Bruder, wenn Du Dein Leben lieb hast, so bleib hier—
Ich will alles untersuchen—Deine Wut macht Dich
unmündig. (geht ab und schließt die Thür zu)
Major. (arbeitet vergebens sie aufzumachen) Ich werd Dich beunmündig—(zu seiner Frau) Komm, komm, Hure, Du auch! sieh zu. (reißt die Thür auf) Ich will ein Exempel statuiren—Gott hat mich bis hieher erhalten, damit ich an Weib und Kindern Exempel statuiren kann—Verbrannt, verbrannt, verbrannt! (schleppt seine Frau ohnmächtig vom Theater)
Zweyte Scene.
Eine Schule im Dorf
Es ist finstrer Abend.
Wenzeslaus. Läuffer.
Wenzeslaus. (sitzt an einem Tisch, die Brill auf der
Nase und lineirt)
Wer da? Was giebts?
Läuffer. Schutz! Schutz! werther Herr Schulmeister! Man steht mir nach dem Leben.
Wenzeslaus.
Wer ist Er denn?
Läuffer.
Ich bin Hofmeister im benachbarten Schloß. Der Major
Berg ist mit all seinen Bedienten hinter mir und wollen
mich erschießen.