Der goldene Spiegel

Von Franziskas goldenem Spiegel wird berichtet: »Seine Scheibe, wie tief, und seltsam! gibt kein Gegenbild des Auges, das hineinschaut. Sie ist matt. Und doch ist eine Welt in ihr. Frauen und Männer, Tiere, Schiffe und Häuser, Seefahrer und Landflüchtige, Ritter und Knechte, Bürger und Bauern, Eroberer und Künstler, Liebende und Verbrecher, Sonderlinge und Besessene, Verzweifelte und Narren, Prahler und Dulder, der Zufall, der Traum und das Wunder, alles das ist in ihr.« Wirklich, so groß ist die Fülle auch dieses Buches. Es entstand aus der Lust am Erfinden, am Phantasieren, am Gestalten.

(Die Zeit, Wien)

Das Gänsemännchen

Das Werk ist vermöge weitausgreifender Lebensfülle, breiter, umfassender Gesellschaftsschilderung, des Hineinspielens politischer und kultureller Zeitgeschehnisse ein wahrhafter Roman. Im Rahmen der Leidens- und Werdegeschichte eines deutschen Musikgenius entrollt die Dichtung auch Deutschlands Seele, Deutschlands Nervenzustand, Deutschlands Kulturströmungen. Tief und voll aus dem Menschlichen ist die Dichtung geschöpft.

(Wiener Abendpost)

Christian Wahnschaffe

Die echte große Dichtung sucht nicht die Aktualität, sie ist aktuell. Wassermann zeigt uns in seinem Roman den Zusammenbruch der geistigen, sittlichen und ästhetischen Kultur des Kapitalismus. Er malt diese Kultur in den verlockendsten Farben und läßt uns den Wurm sehen, der in ihr nagt. Sein Held wird erst das Opfer, dann der Richter der liebeleer gewordenen Welt, und darnach der Verkünder einer neuen Zukunft. Das Buch ist hinreißend durch Geist, Abenteuer und Verlockung: es dringt in das Letzte der Seelen und verwandelt sie und uns.

Druck der E. Gundlach Aktiengesellschaft in Bielefeld

Anmerkungen zur Transkription: Dieses elektronische Buch wurde auf Grundlage der 1920 bei S. Fischer erschienenen Erstausgabe erstellt. Abweichend vom gedruckten Buch wurde die zweite Titelseite entfernt. Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auflistung aller gegenüber dem Originaltext vorgenommenen Korrekturen.