Falk brach plötzlich sein Spiel ab, stand auf, lachte nervös und ging trällernd um den Tisch herum. Besorgt und befremdet sah ihm Mely zu.
„Das mit der Million ist eigentlich hübsch,“ sagte er. „Ein hübscher Traum. Und wissen Sie, was ich mir ausgedacht habe? Aber Sie dürfen nicht lachen. Wir würden uns ein Schloß im Schwarzwald bauen, ganz für uns allein und einen Park dazu und Tannen. Und Pferde und Hunde und Himmel was weiß ich. O, es würde wundervoll. Und an das Parkthor würden wir ein Schild nageln: Besuche verbeten. Wollen Sie?“
Mely lächelte etwas unsicher. Ihr war, als mache er sich lustig über sie. Aber ihre Augen glänzten. Nichts ist herrlicher als das, wollte dieser Glanz sagen. Der Blick, mit dem sie den jungen Schwärmer ansah, war voll von einer treuherzigen Bewunderung.
Aber bald schüttelte sie betrübt den Kopf. „Ach, wozu kann es führen,“ sagte sie traurig. „Es ist keine Hoffnung, gar keine.“
Frau Bender kam und hinter ihr Helene, die noch spöttischer als sonst dreinsah. Die Hausfrau machte Licht. „Sehn Sie mal her,“ sagte sie, eine Faunbüste, die sie mit hereingeschleppt hatte, der Lampe zuwendend, „ist das nicht schön?“
„Das hat mein Vater gemacht,“ erklärte Helene, vor Stolz errötend. Sie betete ihren Vater an.
Und nun bewunderte man den Faun, der wohl viel urwüchsiges Können, aber wenig Künstlerschaft verriet. Es war zu viel Detail in dieser läppisch grinsenden Fratze. –
Als Falk am Abend ausging und die Korridorthüre schließen wollte, kam ein junges Mädchen die Treppe herauf. „Bitte, ist meine Schwester zu Hause?“ fragte sie kokett.
„Wer ist das, Ihre Schwester –?“
„Mein Name ist Mirbeth,“ erwiderte die Dame spitz, als ob sie beleidigt sei, daß man sie nicht kenne.