„Ja, aber was sollen wir thun?“

„Heimgehen, Frau Bender, ich bitte Sie darum, fort, nur fort.“

„Ja warum nicht gar!“ kreischte Frau Lottelott mit einem drohenden und haßerfüllten Blick auf Mely.

„Natürlich gehen wir!“ entgegnete Falk finster und mit einer ihm sonst fremden Entschiedenheit.

Die beiden Herren kamen näher. Mely stand mechanisch von ihrem Platz auf. Ihre Augen erweiterten sich noch mehr. Sie fühlte, wie ihre Gedanken stillstanden. Die Menschen um sie her wurden zu Schatten und schienen zu zerfließen. Ein Sausen entstand in ihren Ohren. Wie eine Ertrinkende umklammerte sie Falks Arm und er sah sie ebenso wahnsinnig lächeln, wie damals, als sie beide dem Oberst begegnet waren. „Frau Bender,“ stammelte sie, „das dürfen Sie nicht verweigern, das können Sie nicht.“ Und sie eilte fort, blindlings in einen der Nebensäle hinein.

Falk ging ihr nach. Erschöpft lehnte sie an einem der Wandpolster. Auch Frau Lottelott kam. Geifer floß von ihrem lippenlosen Mund. Frau Bender schleppte sich am Arm ihrer Tochter nach. Sie war schon zu heiß im Kopf, um zu begreifen, was vorging. „Gott sei den Gläsern und Tassen daheim gnädig,“ murmelte Helene. Ihre Mutter pflegte, wenn sie betrunken war, alles Zerbrechliche zum Fenster hinauszuwerfen und danach weinte sie dann stundenlang.

Falk schaffte Melys Garderobe herbei. Sie ließ sich den Mantel von ihm überwerfen und den Shawl festbinden. Sie war schwach und sterbensmüde. Eine neue Sorge nagte bereits an ihr und sie fragte Frau Lottelott, ob sie noch hier bleibe.

Frau Lottelott bejahte verwundert.

„Und kommen Sie mit den Herren zusammen?“

„Mit wem? Ach so! freilich, ich hoffe.“ Sie lachte mit überreizter Koketterie.