„Nun?“
„Ich will, daß du dich vom Oberst lossagst.“
„So? Du bist sehr freundlich.“
„Ich kann die Zweifel und diese Angst nicht mehr ertragen. Es ist schimpflich für uns beide. Mach ein Ende, Mely. Nur dann kann ich bei dir ausharren.“
„Ach, dieses Geschwätz!“ rief Mely heiter. „Ich habe dir schon gesagt: ich kann nicht, und das muß dir genügen.“
„Du kannst nicht? Wie viel Tausende müssen ihr Brot verdienen und thun es willig.“
„Ich bin krank, du weißt es.“
„Ach –!“
„Also: ich kann nicht und damit fertig.“
Ihre brüske Art machte ihm heiß. Spöttisch erwiderte er: „Das Fräulein sind einfach zu bequem. Das ist zu plebejisch: sich sein Brot verdienen. Wie angenehm ist es, sich an die Tafel des reichen Mannes zu setzen und sich füttern zu lassen. Wenn man auch hin und wieder ein bißchen beschimpft wird, was schadet das.“ Er wußte, daß sie alles gelassen hinnahm, nur seinen Spott nicht. Darum suchte er mit Innigkeit nach spitzen Wendungen und giftigen Anspielungen, bis Mely wie außer sich aufsprang und ihn mit den Blicken maß. „Genug! genug!“ rief sie mit bebender Stimme.