„Es soll geschehen, wie Ihr wünscht. Kann ich noch mehr für Euch tun?“

„Viel mehr habe ich nicht zu hinterlassen. Meine Fallen bleiben meinem indianischen Sohne; er hat mir ehrlich und liebevoll die Treue gehalten. Wo ist er?“

Middleton winkte, und der Häuptling trat ehrfurchtsvoll vor seinen Vater.

„Pawnee,“ redete der Greis in der Sprache der Loups weiter, „unter meinem Volke ist es Sitte, daß der Vater, ehe er aus dieser Welt scheidet, dem Sohne seinen Segen erteilt. Ich will auch dich segnen: Möge der Gott der Weißen mit gütigem Auge deine Taten schauen, mögest du nie etwas begehen, darob er sein Antlitz verdüsterte. Ich meine und hoffe, daß wir uns dereinst wiedersehen werden; wir werden miteinander vor dem Angesicht deines Wakonda stehen, der dann kein anderer sein wird als mein Gott ...“ Dann wanderten seine Gedanken zu seinem Hunde. Er beugte sich nach vorn und fühlte nach den Ohren des Tieres. „Ja, Hundchen,“ sagte er, „wir müssen uns trennen. Du bist redlich, kühn und treu gewesen ... Sei gut zu ihm, Pawnee, um der Liebe willen, die du mir erwiesen.“

„Die Worte meines Vaters sind in meinen Ohren,“ antwortete Hartherz ernst.

„Hörst du, Hundchen, was der Häuptling versprochen hat?“ fuhr der Greis fort, bemüht, die Aufmerksamkeit der ausgestopften Nachbildung zu erregen. Er berührte die Lippen derselben mit den Fingern — da erkannte er die Wahrheit, wenngleich die Täuschung in ihrer ganzen Ausdehnung ihm verborgen blieb. Er lehnte sich zurück und senkte das Haupt auf die Brust.

„Der Hund ist tot!“ murmelte er nach einer langen Pause. „Hauptmann, wollt Ihr das Tier, das mir so lange und so treu gedient hat, mir zu Füßen in mein Grab betten?“

„Es soll geschehen,“ antwortete Middleton.

Wieder versank der Sterbende gleichsam in sich selber. Während alles regungslos umherstand, beseitigten zwei junge Krieger vorsichtig den ausgestopften Hund.

Middleton und Hartherz setzten sich zur Rechten und zur Linken des Greises und beobachteten aufmerksam und traurig die Todesanzeichen auf dessen Antlitz. So saßen sie zwei lange Stunden. Ab und zu redete er noch einige Worte, als wolle er denen, die er liebte, noch Rat erteilen, sie wissen lassen, daß er ihrer gedachte. Dann lauschte der ganze Stamm mit gespanntester Aufmerksamkeit, um von den letzten Gedanken dieses Weisen noch zu lernen.