„Laßt uns hören, wie wir Euch dienen können,“ antwortete der Trapper; Paul und der Doktor gaben ihre Zustimmung zu erkennen und lagerten sich bequem zurecht, den Neuigkeiten in aller Ruhe zu lauschen.

Drittes Kapitel Die Erstürmung der Felsenburg


Wir kehren zu Ismael Busch und seinen Söhnen zurück, die am Abend dieses Tages von der Jagd ermüdet den Felsenberg und auf demselben ihre Wohnstätten wieder aufgesucht hatten. Nur einer fehlte, Asa, der Älteste. Man wußte nicht, ob er absichtlich sein Heimkommen verzögerte, oder ob er den Weg verloren hatte. Der Vater und die Brüder, überzeugt, daß der junge Riese sich wohlbehalten aus allen Fährlichkeiten ziehen würde, machten sich seinetwegen nicht viel Sorgen, die Mutter nur bangte sich um ihn, und in ihren Befürchtungen wurde sie durch Abiram, ihren Bruder, noch bestärkt, der allerlei von herumstreichenden Indianern vor sich hin murmelte, bis Ismael, die wachsende Angst seiner Frau wahrnehmend, ihm endlich Schweigen gebot.

Der Emigrant war übel gelaunt; das Geheimnis des Zeltes war verraten worden, und das beunruhigte ihn weit mehr als Asas Abwesenheit. Er zürnte mit Ellen Wade, die er beschuldigte, die Bewohnerin des Zeltes nicht streng genug bewacht zu haben. Nach einiger Zeit aber verlangte die Natur bei allen ihr Recht, und der Schlaf breitete seine Fittiche über das Lager.

Um Mitternacht sah Abner, der Wachthabende, eine dunkle Gestalt den Felsenhang heraufklimmen. Er erkannte in derselben bald den Doktor Obed Bat, der von seinem Ausfluge heimkehrte und unverweilt seine Schlafstätte aufsuchte. Hier lag er jedoch nur so lange, bis er sich überzeugt hatte, daß niemand mehr wachte; dann stand er leise auf und schlich dem Zelte zu. Schon war er demselben ganz nahe, da legte sich eine leichte Hand auf seine Schulter. Erschrocken wandte er sich um, gewahrte aber zu seiner Erleichterung nur Ellen.

„Still, Kind,“ flüsterte er. „Ihr kommt mir gerade recht. Aber niemand darf uns sehen und hören. Hier, ich bringe einen Brief für die Dame dort drinnen. Gebt ihn ihr, ich warte hier draußen.“

Ellen nahm das Papier und schlüpfte ins Zelt. Bald darauf schaute sie aus der Türöffnung, winkte den kleinen Mann herbei und zog ihn eilfertig ebenfalls hinein.


Kaum graute der Morgen über der weiten Ebene, als auch schon Frau Esther mit lautem Ruf die Schläfer erweckte. Böse Träume hatten sie im Schlafe gequält, und als sie auch jetzt ihren Asa, ihren Lieblingssohn, nirgends in der Prärie zu erspähen vermochte, da ruhte sie nicht eher, bis die ganze Schar nach schnell eingenommenem Morgenimbiß sich aufmachte, den Vermißten zu suchen; auch bestand sie darauf, sich an dem Streifzuge zu beteiligen. Abiram machte den Vorschlag, man solle ihn als Wächter der Festung zurücklassen. Darauf ging man jedoch nicht ein; er hatte am Abend zuvor so viel von Indianerspuren geredet, daß er nun zeigen sollte, wo er dieselben wahrgenommen. Mit der Obhut des Lagers wurden die Töchter und Ellen betraut; nachdem man Signale verabredet und am Rande des Felsplateaus große Steine bereitgelegt hatte, die auf etwaige Angreifer hinabgestürzt werden sollten, zog man unter Führung Ismaels davon.