„Abner! Abiram! Ismael!“ rief sie jetzt, „Ihr seid Jäger; sagt mir, was für ein Geschöpf es war, das hier seinen Tod fand. Hier sind auch Blutspuren — rühren die von einem Wolf her, oder von einem Panther?“

„Das muß ein Büffel gewesen sein,“ versetzte der Squatter, ruhig die Spuren betrachtend, die seine Frau in eine so große Aufregung versetzten; „ein starkes, gewaltiges Tier, das sieht man an der von seinen Hufen und Hörnern so tief aufgewühlten Erde.“

„Wer aber hat ihn erlegt?“ fuhr Esther fort. „Mann, wo sind die Überbleibsel? Die Wölfe verschlingen doch nicht auch die Knochen und das Fell? Ist das wirklich nur das Blut eines Tieres? Ich will eine Antwort haben!“

„Beruhige dich doch, Mutter,“ sagte Abner; „der Büffel wird in das Dickicht geflüchtet und dort verendet sein. Sieh nur die Aasvögel dort über den Baumkronen; die wittern bereits ihre Beute.“

„Das Tier muß noch lebendig sein,“ bemerkte der Vater, „sonst hätten die Geier sich darüber hergemacht. Dem Benehmen der Hunde nach zu urteilen, ist es eine gefährliche Bestie, vielleicht ein grauer Bär, und die Sorte hat ein zähes Leben.“

„Dann laß uns umkehren,“ drängte Abiram. „Wir stürzen uns sonst unnütz in Gefahr. Komm, Ismael.“

Die jungen Männer warfen verächtliche Blicke auf ihren Oheim, dessen Furchtsamkeit ihnen längst bekannt war; dann schritten sie vorsichtig noch näher an das Dickicht heran.

Ein heulender Wind hatte sich aufgemacht, und finstere Wolken jagten in wild zerrissenen Gebilden unter dem Himmel dahin. Die Aasvögel, die sich in ihrem kreisenden Fluge kaum gegen den Wind zu behaupten vermochten, schossen ab und zu zwischen die Baumwipfel hinab, aber nur, um im nächsten Moment wieder mit schreckensvollem Gekreisch emporzufahren; das gierig ersehnte Mahl war offenbar noch nicht bereit.

Die Mutter vermochte ihre Aufregung und Ungeduld endlich nicht mehr zu zügeln.

„Schickt die Hunde hinein!“ rief sie. „Enoch, Abner, Gabriel, ihr habt euch doch sonst vor allen Bären diesseits des großen Flusses nicht gefürchtet! Oder gebt mir anstatt dieser meiner Schrotflinte eine Büchse — ihr da, Ismael und Abiram! — dann will ich euch allen zeigen, wessen eine Grenzerfrau fähig ist!“