Jetzt zögerten die jungen Männer nicht länger; sie sprangen vorwärts und waren bald in dem Dickicht verschwunden. Der junge Hund folgte ihnen, der alte aber blieb, an allen Gliedern zitternd, am Rande des Buschwerks zurück.
Nach einer kleinen Weile erhoben sich die Aasvögel aufgestört mit wildem Geflatter und betäubendem Gekreisch; gleich darauf ertönte aus dem Dickicht ein doppelter Entsetzensschrei.
Die Mutter erbleichte. „Kommt zurück, meine Kinder!“ rief sie in Angst; „um Gotteswillen, kommt zurück!“
Und die Gerufenen kamen, aber langsam, mit verstörten Gesichtern und eine Bürde mit sich schleppend, die sie vor der Mutter Füßen niederlegten — den Körper des vermißten Asa, starr und tot, und mit den unverkennbaren Zeichen eines gewaltsamen Endes auf dem entstellten Angesicht.
Noch ein langes, klagendes Geheul stießen die Hunde aus, dann jagten sie auf der Spur des entflohenen Hirsches davon.
„Gebt Raum!“ stieß Esther mit heiserer Stimme hervor, indem sie alle anderen zurückdrängte. „Ich bin seine Mutter und habe das größte Recht an ihn! Wer hat diese Tat getan? Ismael! Abiram! Abner! Wer hat meinen Knaben erschlagen?“
Die Männer standen stumm und starr; sie aber setzte sich nieder und nahm das Haupt des Toten auf ihren Schoß. Wortlos und tränenlos blickte sie in ihres Sohnes Antlitz, und ihr Schweigen war beredter als das lauteste Jammern und Klagen.
„Das sind die Sioux gewesen,“ murmelte der Squatter nach langer Pause; „aber die Bluthunde sollen meiner Rache nicht entgehen!“
Die Brüder hatten inzwischen die tödliche Wunde gesucht und gefunden. Eine Kugel war dem Erschlagenen in den Rücken gedrungen und vorn auf der Brust wieder herausgefahren. Er mußte sich dann in das Dickicht geschleppt haben, nachdem er mit dem Mörder noch verzweifelt gekämpft hatte, denn die Brüder hatten ihn am Fuße eines Baumes sitzend gefunden, einen abgebrochenen Ast in der erstarrten Rechten.