„Sachte, mein Junge, sachte,“ antwortete der Jäger. „Die Loups sind ihrer Pferde wegen berühmt. Das ist in der Tat ein Roß, das nur einem großen Häuptling gehören kann. Der Jüngling hier ist sicher der Sohn eines solchen, vielleicht der des gewaltigen Hartherz selber.“

Der junge Pawnee hatte bei dieser Unterbrechung weder Ungeduld noch Mißfallen gezeigt, und als seiner Meinung nach das Pferd genugsam betrachtet und bewundert worden war, trat er herzu, nahm Paul den Zügel aus der Hand wie ein Mann, der gewohnt ist, daß alles nach seinem Willen geht, und schwang sich mit vollendeter Meisterschaft in den Sattel. Hier fühlte er sich augenscheinlich noch ruhiger und sicherer als zuvor. Er ließ das edle Tier mit graziösestem Hufsatz vor- und rückwärts gehen und musterte dabei angelegentlich und sorgfältig jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft.

„Will mein Bruder mir sagen,“ begann der Trapper von neuem, „ob die Häuptlinge der Pawnees fremde Gesichter in ihren Dörfern gern sehen?“

„Wann hat mein Volk je vergessen, dem fremden Wanderer Nahrung zu reichen?“ entgegnete stolz der junge Krieger.

„Wenn ich meine Töchter zu den Hütten der Loups führe, werden die Squaws sie bei der Hand nehmen? Und werden die Krieger mit meinen jungen Männern rauchen?“

„Das Land der Bleichgesichter liegt hinter ihnen,“ versetzte der Indianer. „Warum wandern sie der sinkenden Sonne zu?“

„Die weißen und die roten Männer sind Freunde. Kommen nicht auch die Omahaws und die Tetons freundschaftlich in die Dörfer der Loups, wenn das Kriegsbeil zwischen ihnen begraben ist?“

„Die Omahaws sind willkommen, aber die Tetons sind Lügner, die in der Sonne schlafen, weil sie sich fürchten, nachts die Augen zu schließen!“ rief der Pawnee. „Sieh,“ fuhr er fort, auf die grausige Zierde seiner Beinkleider deutend, „ihrer Skalpe sind so viele, daß die Loups darauf treten. Laß die Sioux im Schnee wohnen, die grünen Ebenen und die Büffel kommen Männern zu!“

Jetzt wendete sich der Trapper zu dem Hauptmann Middleton, der die beiden Sprecher bisher aufmerksam beobachtet hatte.

„Er hat sein Geheimnis verraten,“ sagte er. „Dieser junge Krieger folgt als Kundschafter der Fährte der Sioux, er ist auf dem Kriegspfade, was ich übrigens sogleich an seinen Pfeilspitzen und seiner Malerei erkannt habe.“