Als der alte Jäger sich von den Sioux erkannt sah, schritt er weiter vor, bis er wiederum dem Häuptling Mahtoree Auge in Auge gegenüberstand.

„Wo sind die jungen Männer meines Bruders?“ fragte der Teton, finsteren Blickes die unbeweglichen Züge des Trappers durchforschend.

„Die Langmesser ziehen nicht in Scharen auf den Biberfang,“ versetzte dieser; „ich bin allein.“

„Dein Haar ist weiß, aber deine Zunge ist gespalten,“ entgegnete der Häuptling. „Mahtoree ist im Lager der Bleichgesichter gewesen, er weiß, daß du nicht allein bist. Wo sind dein junges Weib und der Krieger, den ich auf der Prärie fand?“

„Ich habe kein Weib. Ich sagte meinem Bruder bereits, daß das Frauenzimmer und ihr Freund mir fremd seien. Die Worte eines Greises, der einst ein Krieger war, sollten gehört und nicht vergessen werden.“

„Mein Bruder ist ein Krieger gewesen?“ fragte der Teton, dessen strenge Züge keinen seiner Gedanken verrieten.

„Die Dakotas haben nicht so viel lebendige Krieger geschaut, als ich erschlagene gezählt habe. Doch was soll die Erinnerung an vergangene Zeiten, wenn die Glieder steif und die Augen stumpf werden?“

Der Häuptling warf einen durchbohrenden Blick auf des Trappers Antlitz; als er in dessen Auge dem Ausdruck vollster Wahrhaftigkeit begegnete, da faßte er die Hand des Greises und legte sich dieselbe sanft auf das gebeugte Haupt als Zeichen der Achtung, die dem Alter und den Erfahrungen desselben gebühre. Dann aber kam er auf den ersten Gegenstand des Gesprächs zurück.

„Wenn mein Vater seine jungen Männer in jenem Gehölz versteckt hat,“ sagte er mit einem kaum merklichen Lächeln, „so möge er sie nun hervorrufen. Ein Dakota fürchtet sich nicht; Mahtoree ist ein großer Häuptling; ein Krieger, dessen Haupt weiß ist und der bald in das Land des Großen Geistes gehen wird, kann keine Zunge mit zwei Enden haben wie eine Schlange.“

„Dakota, ich habe keine Lüge geredet. Seit der Große Geist mich zum Manne machte, lebe ich in der Wildnis ohne Heim und Familie. Ich bin ein Jäger, der einsam seinen Pfad wandelt.“