Inzwischen hatte die Mutter einen Kessel voll Haferbrei zur Abendmahlzeit gekocht, zu der sie jetzt mit schallender Stimme die Ihrigen herbeirief. Der Vater aber schaute sich nach dem alten Fremdling um und lud denselben, nach der Sitte der Wildnis, kurz und gleichgültig ein, sich mit ihnen an das gastliche Feuer zu setzen.

„Ich danke Euch von Herzen,“ antwortete dieser, „ja, von Herzen; aber ich bin für heute bereits gesättigt, und ich gehöre nicht zu den Leuten, die sich ihr Grab mit den Zähnen graben. Zum Feuer will ich mich jedoch mit Euch setzen, denn es ist lange her, seit ich Menschen von meiner Farbe ihr täglich Brot essen sah.“

Man ließ sich nieder, und die Auswanderer griffen tüchtig zu.

„Ihr seid wohl ein Ansiedler in dieser Gegend,“ wendete sich der Vater, mit vollem Munde kauend, an den Alten. „Dick scheinen die Weißen hier nicht zu sitzen, denn außer Euch bin ich auf fünfhundert Meilen keinem begegnet.“

„Einen Ansiedler kann man mich nicht nennen,“ antwortete der Gefragte, „da ich keinen festen Wohnsitz habe und selten länger als einen Monat in einer Gegend verweile.“

„Also ein Jäger,“ sagte der andere, mit einem Blick die Ausrüstung seines neuen Bekannten streifend. „Euer Geschirr scheint mir aber nicht mehr das beste für solch einen Beruf zu sein.“

„Meine Büchse ist alt und hat nahezu ausgedient, ganz so wie ihr Herr,“ versetzte der alte Mann, die Waffe liebevoll und zugleich traurig betrachtend, „aber ich bedarf ihrer auch kaum noch. Ihr irrt, Freund, wenn Ihr mich einen Jäger nennt; ich bin jetzt nichts besseres mehr als ein Trapper, ein Fallensteller. Ein Jäger bin ich gewesen; fünfzig Jahre lang und darüber durchzog ich mit dieser Büchse die Wälder. Damals hätte ich es für Sünde gehalten, einer Kreatur mit Fallen nachzustellen.“

„Einträglich scheint Euer Handwerk nicht gewesen zu sein,“ bemerkte der Emigrant, das Äußere des Alten musternd. „Na, hoffentlich habt Ihr irgendwo tüchtig Felle aufgespeichert.“

Der Trapper schüttelte den Kopf.

„In meinem Alter braucht man nur wenig an Kleidung und Nahrung,“ erwiderte er ruhig, „und wenn ich mir ab und zu ein Horn voll Pulver und eine Stange Blei eintauschen kann, dann sind alle meine Bedürfnisse befriedigt.“