„Sie zählen die Skalpe am Wigwam des Harten Herzens,“ antwortete der junge Mann lächelnd.
„Ja, sie zählen sie und finden ihre Anzahl zu groß; ihr Eigentümer wird wenig Schonung von ihnen zu erwarten haben. Aber mein Sohn ist kein Weib, er schaut mit festem Blick auf den Pfad, den er wandeln muß. Hat er seinem Volke nichts ins Ohr zu flüstern, ehe er von hinnen geht? Meine Füße sind alt, aber vielleicht tragen sie mich noch einmal an die Gestade des Loupflusses. Ein Elchhirsch soll die Prärie nicht schneller durchmessen als diese alten Füße, wenn der große Pawnee mir eine Botschaft anvertrauen will.“
„Möge das Bleichgesicht seine Ohren auftun,“ antwortete der Häuptling nach einigem Besinnen. „Es wird hierbleiben, bis die Tetons versucht haben, die skalplosen Köpfe von achtzehn Dakotakriegern mit dem Skalpe eines einzigen Pawnees zu bedecken. Es wird seine Augen weit öffnen, damit es sieht, wo man die Gebeine eines Kriegers beerdigt.“
„Das soll geschehen, mein edler Sohn.“
„Alsdann wird mein Vater zu meinem Volke gehen. Sein Haupt ist weiß, seine Worte werden nicht verwehen wie Rauch im Winde. Er wird meinen Wigwam finden und laut den Namen Hartherz rufen. Die Pawnees sind nicht taub. Darauf möge mein Vater nach dem Füllen fragen, das noch nie geritten wurde, das glatter ist als ein Hirsch, und schneller als ein Elch.“
„Ich verstehe, Knabe, ich verstehe,“ unterbrach der aufmerksam lauschende Greis den Sprecher. „Es soll alles ausgeführt werden nach deinem Verlangen, oder aber ich verstehe mich schlecht auf die Wünsche eines sterbenden Indianers.“
„Und will mein Vater dann das Füllen zum Grabe des Harten Herzens bringen?“
„Das will ich, mein braver Knabe. Zu den Häupten der heiligen Stätte will ich es hinstellen, seine Augen gegen die sinkende Sonne gerichtet.“
„Und mein Vater wird zu ihm reden und ihm sagen, daß sein Herr, der es seit seinem ersten Lebenstage gehegt und gepflegt hat, nun seiner bedarf.“
„Meines Sohnes Wille soll geschehen; mit diesen alten Händen werde ich das Tier auf dem Grabe des großen Pawnee schlachten.“